"Das macht alles noch schlimmer." In der ARD kritisierte Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel Österreichs Asylpolitik. Das sagt Kanzler Werner Faymann im Gespräch mit "Heute" zur Schelte.
"Das macht alles noch schlimmer." In der ARD kritisierte Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel Österreichs . Das sagt Kanzler Werner Faymann im Gespräch mit "Heute" zur Schelte.
"Heute": Herr Bundeskanzler, haben Sie Angela Merkel live im Fernsehen gesehen?
Werner Faymann: Nein, ich habe ihre Aussagen gelesen.
"Heute": Was waren sie mehr: Zornig oder enttäuscht?
Faymann: Ich kenne Angela Merkel ja persönlich schon sehr lange. Mir ist vor allem wichtig, ihr gegenüber klarzumachen, dass Österreich in der Sache hart bleiben wird. Wir können nicht Hunderttausende Menschen aufnehmen. Wir sind nicht das Wartezimmer Deutschlands.
"Heute": Das wird beim EU-Rat am Montag eine schware Partie.
Faymann: Mag, sein, aber ich werde die Gelegenheit haben, unsere Position klar zu machen. Und ich werde erneut verlangen, dass wir einen verlässlichen Schutz der EU-Außengrenzen, Aufnahmezentren und eine Umverteilung brauchen. Ich bin nach wie vor für eine EU-Lösung der Asylkrise.
"Heute": Die Umverteilung war bisher eher ein Witz.
Faymann: Wenn jeder in der EU so wie wir heuer 37.500 pro Jahr aufnimmt, sind das etwa zwei Millionen Menschen.
"Heute": Angesichts der aktuellen Bilder aus Mazedonien. Haben Sie nicht Sorge, dass Österreich zum Sündenbock gemacht wird?
Faymann: Es geht nicht, dass Menschen durch Griechenland, Mazedonien, Kroatien durchgewunken werden und Österreich dann für die EU die Umverteilung erledigt.
"Heute": Aber solche Bilder werden Alltag. Der Flüchtlingsstrom wird ja nicht abreißen.
Faymann: Wir haben erst März. Da kommen in der Regel weniger Flüchtlinge. Das kann in ein paar Wochen schon wieder ganz anders sein. Deswegen brauchen wir eine Lösung an den EU-Außengrenzen, die Ordnung und Menschlichkeit garantiert. Sonst droht menschliches und politisches Chaos.
"Heute": Was würden Sie Angela Merkel aktuell raten?
Faymann: Tageskontingente einzuführen so wie wir.