"Zwei B'soffene, die sich gegenseitig abstützen"

Archivbild: SPÖ-Chef Christian Kern beim Wahlkampfauftakt der SPÖ Niederösterreich am 6. Jänner 2018.
Archivbild: SPÖ-Chef Christian Kern beim Wahlkampfauftakt der SPÖ Niederösterreich am 6. Jänner 2018.Bild: picturedesk.com
SPÖ-Chef Christian Kern handelt sich mit pikanten Sagern über die Regierung die Kritik der ÖVP ein. Diese ist über "unwürdige verbale Ausrutscher" empört.
Die Sätze, die SPÖ-Chef Christian Kern derzeit bei der Regierung unbeliebt machen, fielen am Samstag beim ersten SPÖ-Mitgliederrat in Wien.

Der Mitgliederrat soll neue Wege in Sachen Mitbestimmung eröffnen, die Basis kann am neuen Parteiprogramm aktiv mitarbeiten.

Doch das geriet im Nachhinein etwas in den Hintergrund, während große Empörung über zwei Aussagen Christian Kerns um sich griff.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. "Führerpartei", "B'soffene"

Die neuen Mitarbeitsmöglichkeiten der SPÖ-Mitglieder sind für Kern logisch, denn die SPÖ habe sich doch immer als Gemeinschaft verstanden. "Wir sind keine Führerpartei", sagte er in diesem Zusammenhang in Richtung ÖVP.

Auch für die Koalition im Allgemeinen hatte er keine netteren Worte parat. ÖVP und FPÖ seien wie eine "Moskauer Pyramide": "Zwei B'soffene, die sich gegenseitig abstützen."

Aufregung in der ÖVP

ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer reagierte am Sonntag auf die Aussagen des ehemaligen Bundeskanzlers: "Es ist nun wiederholt der Fall, dass der Parteichef der SPÖ durch unwürdige verbale Patzer und Ausrutscher auffällt", sagte er. Gerade im Gedenkjahr das Wort "Führerpartei" in den Mund zu nehmen, zeuge von Unwissen und mangelnder Sensibilität für die österreichische Geschichte.

"Halblustige Bemerkung"

Auch die FPÖ ist empört: Für Generalsekretär Harald Vilimsky greift der "Kurzzeitkanzler" in die "unterste Schublade". "Auch mit diesen unqualifizierten und halblustigen Bemerkungen wird Kern seinem Mitgliederrat nicht viel Leben eingehaucht haben", meint er.

SPÖ nicht eingeschüchtert

Die SPÖ ließ diese Kritik an sich abprallen. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher erinnerte die ÖVP per Presseaussendung an eine alte Benimmregel: "Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen." Außerdem: "Wenn Parteichef Kern die Koalition eine Moskauer Pyramide nennt, dann könnten gegen diese Vergleich bestenfalls die Bewohner Moskaus Einspruch erheben, aber ganz sicher nicht ÖVP oder FPÖ", so Lercher. (red)

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