Das Leuchtturmprojekt von Umweltministerin Leonore Gewessler ist nach 18 Monaten Verhandlung auf Schiene. Das "Klimaticket Österreich", vormals "1-2-3-Ticket", sei ein "unschlagbares Angebot", freute sich die grüne Umweltministerin gestern bei der Präsentation in Linz. Noch nie sei Öffi-Fahren so einfach und so günstig gewesen. Aber es gibt noch Stolpersteine. Die Details:
Ein Jahr lang freie Fahrt in ganz Österreich, also so gut wie quasi.
Vorerst sechs Bundesländer, die ÖBB, die Westbahn und Regiojet.
Die drei östlichen Bundesländer Wien, Niederösterreich und das Burgenland (hier lebt aber fast die Hälfte der Österreicher). Auch Badner- und die Raaberbahn fehlen.
Es geht auch nach 40 Verhandlungsrunden ums Geld. "Wir sind vom Vorpreschen der Ministerin überrascht", sagt VOR-Geschäftsführerin Karin Zipperer zu "Heute". Im Gegensatz zu Gewessler glaubt sie nicht, dass Ost-Österreich ab dem Nationalfeiertag teilnehmen werde. Die Differenzen seien noch zu groß. Allein die Stadt Wien steckt jährlich mehr als 300 Mio. Euro in ihr 365-Euro-Ticket und soll künftig nur 21 Mio. Euro vom Bund erhalten. Derzeit bekommt Wien allerdings gar nichts.
Niederösterreich und Burgenland sollen eine Region werden. Burgenländer, die zum Arbeitsplatz nach Wien pendeln, müssten sonst für drei Bundesländer zahlen.
Regulär 1.095 Euro. Senioren, unter 26-Jährige zahlen 821 Euro. Bis 26. Oktober gibt es 15 Prozent Rabatt, das "Early-Bird-Ticket" gibt es also drei Wochen um 949 Euro.
Ab 1. Oktober, es gilt ab 26.10.
Nein. Pendler aus Klosterneuburg nach Wien etwa zahlen derzeit 626 Euro fürs Jahresticket, das "Klimaticket" kostet aber 1.095 Euro.
In allen Bussen, Bims und Nebenbahnen der West-Bundesländer. Es gilt ebenfalls in Wiens S-Bahnen, da ja die ÖBB mitmachen.
Unklar! Möglich, dass die Zweizonentickets (zwei Länder, 730 Euro) auch teurer werden. Problem: In Kärnten und der Steiermark gibt es noch keine regionalen Netzkarten, deshalb können Preise nicht fixiert werden.
Nein! OÖ- Landeschef Thomas Stelzer präsentierte gestern ein eigenes "Regionalticket", inklusive Linz, Wels, Steyr, um 695 Euro.
Mehrkosten zahlt komplett der Bund. 2022 sind 150 Millionen Euro eingeplant.