1.300 Wiener Spitalsärzte streikten am Montag

Von 7 bis 13 Uhr herrschte in Wiens Krankenhäusern Feiertagsbetrieb, geplante Untersuchungen und Eingriffe entfieln. Grund: Streit um Dienstzeiten und Nachtdienste. Die Spitalsärzte gingen gemeinsam auf die Straße, um ihren Unmut darüber kundzutun.
Von 7 bis 13 Uhr herrschte in Wiens Krankenhäusern Feiertagsbetrieb, geplante Untersuchungen und Eingriffe entfieln. Grund: Streit um Dienstzeiten und Nachtdienste. Rund 1.300 Spitalsärzte gingen gemeinsam auf die Straße, um ihren Unmut darüber kundzutun.

Eigentlich hatten sich Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) und die Ärzte bereits vor mehr als einem Jahr auf eine Neuregelung der Dienstzeiten geeinigt. Wie diese Vereinbarung auszulegen ist, darüber streiten jetzt die Mediziner. Weil zahlreiche Nachtdienste wegfallen hingen die Spitalsärzte am Montag von 7 bis 13 Uhr das Stethoskop an den Haken. Die Grundversorgung der Patienten blieb gewährleistet, geplante Untersuchungen und Eingriffe entfielen aber.

Die Ärzte trafen sich um 9 Uhr am Dr. Karl Lueger Platz, marschierten über die Seitenfahrbahn des Rings in Richtung Weihburggasse und hielten am Stephansplatz eine Abschlusskundgebung ab. Neben Thomas Szekeres, Präsident der Wiener Ärztekammer, sprachen weitere Kammer-Spitzenfunktionäre sowie Gernot Rainer, Obmann der Ärztevertretung Asklepios.

Laut Polizei nahmen an dem Warnstreik rund 1.300 Ärzte teil, die Veranstalter sprachen von 2.000 Teilnehmern. Kernpunkt des Streiks waren einmal mehr die neuen Arbeitszeitregelungen. 

Wochenendbetrieb

Der Notbetrieb war wie an Wochenenden aufrecht, für Patienten bestehe keine Gefahr. Akutfälle wurden in jedem Fall behandelt.

Wie es nach dem Warnstreik weitergeht wird, entscheidet das Streik- und Aktionskomitee der Ärztekammer am Dienstagnachmittag.

Die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SP) kritisierte im Vorfeld die Streik-Bestrebungen. Die Mediziner hätten Gesprächsangebote nicht angenommen, es gebe keinen Grund für Streik. Die KAV verwies darauf, dass die Neuregelung der Dienstverhältnisse vertraglich beschlossen wurde.
Die Protestmaßnahmen der Ärzte betreffen vor allem die Verschiebung von Nachtdiensten in den Tag. Ein erster Protest wurde in der Vorwoche mit einer arbeitsrechtlichen Schulung gesetzt.

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