Peter Jackson (64) bekommt beim 79. Filmfestival von Cannes die Ehrenpalme verliehen – und das völlig zurecht. Der Neuseeländer hat mit "Der Herr der Ringe" Filmgeschichte geschrieben, doch hinter dem Regisseur steckt weit mehr als nur Mittelerde. Von blutigen Splatter-Filmen bis zu KI-Technologie für die Beatles: Diese zehn Fakten über Jackson kennen selbst viele Fans nicht.
Lange bevor Kate Winslet als Rose in "Titanic" Weltstar wurde, gab ihr Peter Jackson die erste große Filmrolle. In "Heavenly Creatures" (1994) spielte sie eine rebellische Schülerin, die gemeinsam mit ihrer Freundin einen Mord plant. Der Film basiert auf einem echten Kriminalfall aus Neuseeland – und machte Winslet quasi über Nacht zum Geheimtipp Hollywoods.
Bevor Jackson Milliarden mit Fantasy-Epen verdiente, drehte er ultrabrutale Horror-Komödien. Kultfilme wie "Bad Taste", "Meet the Feebles" oder "Braindead" strotzen nur so vor Zombies, Kannibalismus und literweise Kunstblut. Besonders "Braindead" gilt bis heute als einer der verrücktesten Splatterfilme aller Zeiten.
Wie Alfred Hitchcock taucht auch Peter Jackson gerne heimlich in seinen eigenen Filmen auf. In "Der Herr der Ringe" sieht man ihn etwa als kauenden Dorfbewohner mit Karotte oder als Piratenhelfer, der von Legolas erledigt wird. Wer genau hinsieht, entdeckt Jackson fast überall.
1995 schockte Jackson Neuseeland mit der Fake-Doku "Forgotten Silver". Darin behauptete er, ein vergessener Landsmann habe praktisch alle wichtigen Kino-Techniken erfunden – vom Tonfilm bis zur Kamerafahrt. Viele Zuschauer glaubten die Geschichte tatsächlich. Erst später verriet Jackson: alles erfunden!
Die grünen Hügel des Auenlands und die epischen Landschaften von Gondor existieren wirklich – in Neuseeland. Jackson bestand darauf, komplett in seiner Heimat zu drehen. Mit riesigem Erfolg: Zwischen 2000 und 2005 boomte der Tourismus, weil Fans aus aller Welt die Original-Schauplätze sehen wollten.
Schon als Achtjähriger war Jackson besessen vom Original-"King Kong" aus dem Jahr 1933. Im Garten seiner Eltern stellte er die berühmte Empire-State-Building-Szene mit Spielzeug nach. Jahrzehnte später durfte er den Monsterklassiker tatsächlich selbst neu verfilmen – ein absoluter Lebenstraum für den Regisseur.
Ursprünglich war Guillermo del Toro als Regisseur der "Hobbit"-Trilogie vorgesehen. Jackson wollte nur produzieren und am Drehbuch mitschreiben. Doch wegen finanzieller Probleme und endloser Verzögerungen stieg del Toro aus – und Jackson sprang kurzfristig selbst ein.
Für die Doku-Serie "The Beatles: Get Back" arbeitete Jackson mit rund 60 Stunden altem Bandmaterial aus dem Jahr 1969. Das Problem: Der Ton war teilweise katastrophal. Gemeinsam mit seinem Team entwickelte er deshalb eine KI-Software, die Stimmen und Instrumente einzeln herausfiltern konnte. Die Technik gilt heute als revolutionär.
Jackson ist bekannt für gigantische Mammutproduktionen. Die drei "Herr der Ringe"-Filme wurden praktisch gleichzeitig gedreht – über mehr als ein Jahr hinweg ohne Unterbrechung. Dasselbe machte er später beim "Hobbit". Ein logistischer Wahnsinn, der in Hollywood bis heute Seltenheitswert hat.
Mit Einnahmen von rund 6,5 Milliarden Dollar zählt Peter Jackson zu den kommerziell erfolgreichsten Filmemachern überhaupt. Trotzdem gilt er in Hollywood bis heute als kreativer Nerd mit Fanboy-Herz – und genau das lieben seine Anhänger an ihm.
Mit der Ehren-Palme d’Or würdigt Cannes nun nicht nur den Schöpfer von Mittelerde, sondern einen der einflussreichsten Regisseure unserer Zeit. Oder anders gesagt: Ohne Peter Jackson wäre Kino heute definitiv weniger episch.