Zahnbürsten-Startup "Amabrush" ist insolvent

So wurde die 10-Sekunden-Zahnbürste Amabrush beworben. (Quelle: Amabrush)
So wurde die 10-Sekunden-Zahnbürste Amabrush beworben. (Quelle: Amabrush)
"Amabrush" wollte das Zähneputzen revolutionieren, nun ist das Startup mit Firmensitz in Wien pleite. Das Unternehmen macht Verbraucherschützer Peter Kolba dafür verantwortlich.
Amabrush wollte das Zähneputzen revolutionieren, nun ist das Startup mit Firmensitz in Wien insolvent. Rund 39.000 Menschen glaubten an die Vision der 10-Sekunden-Zahnbürste, die das lästige Hygieneritual im Alleingang bewältigt, und spülten per Crowdfunding ordentlich Geld in die Kassen. Schätzungen zufolge kamen so rund acht Millionen Euro zusammen. Im Gegenzug sollten sie zum Verkaufsstart kostenfrei ihre eigene "Ambrush" erhalten.

Das war im Sommer 2017. Doch spätestens die ersten Tests ließen den Traum platzen. "Nicht ausgereift", "ungeeignet", war in den Kritiken zu lesen. "Die Erwartungshaltung bei Kunden war groß. Das Produkt konnte diese zunächst nicht erfüllen", reagierte das Unternehmen in einer Aussendung auf die Enttäuschung. Trotzdem wurden bis Ende Mai insgesamt 29.000 Stück ausgeliefert.

Von den Crowdfunding-Millionen ist jetzt nichts mehr übrig, wie der "ORF" am Mittwoch berichtet. Demnach habe das Unternehmen derzeit 4,5 Millionen Euro Schulden, denen ein Vermögen von gerade einmal einer halben Million gegenüber steht. Das Startup musste am Handelsgericht Wien Insolvenz anmelden.

CommentCreated with Sketch.15 Zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Kurzzeit-Politiker schuld an Zahnbürsten-Debakel?

"Es ist eine bittere Pille, die wir schlucken müssen", heißt es in einer Aussendung. Geschlagen geben sich die Zahnbürsten-Innovatoren aber nicht. Sie wollen das Unternehmen sanieren, ein Fünftel der Schulden soll in den nächsten zwei Jahren zurückbezahlt werden.



Als Schuldigen für die Insolvenz macht Amabrush einen Ex-Politiker aus: Der frühere JETZT- bzw. Liste-Pilz-Abgeordnete Peter Kolba und dessen privater Verbraucherschutzverein (VSV) hatten im April Strafanzeige gegen das Wiener Startup eingebracht, weil sich bei ihm viele Crowdfunder und Käufer gemeldet hätten, die sich durch Amabrush geschädigt sähen. Trotz geltender Unschuldsvermutung seien dadurch laut Amabrush dringend benötige Investoren abgesprungen, wodurch auch die Finanzierung für eine Weiterentwicklung der 10-Sekunden-Zahnbürste geplatzt sei.

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(rcp)

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