Die Erderwärmung ist in Österreich längst spürbar. Die bittere Konsequenz: Die Häufigkeit von Unwettern steigt massiv und damit der Stress bei Bauern und Bäuerinnen.
Franz Waldenberger, Präsident der oberösterreichischen Landwirtschaftskammer, dazu: "Eine ständige Zunahme der Gewittertätigkeit in Form von Extremhagel, Sturm und Starkregen sowie die länger werdenden Trockenperioden in Kombination mit Hitzetagen haben massive Auswirkungen." Von Mitte Mai bis Mitte Juli habe es in manchen Regionen rund 90 Prozent weniger Niederschlag gegeben als im langjährigen Mittel.
Den traurigen Höhepunkt bildete am 26. August eine Superzelle, die in Bayern ihren Ausgang nahm, teilweise mit Totalausfällen bei Mais. Hauptbetroffen waren das Inn- und Hausruckviertel. Auf einer Fläche von insgesamt rund 14.500 Hektar kam es zu Ertragsausfällen durch Hagel, Sturm und Überschwemmung.
Düster die Bilanz der Kammer: Inklusive Dürre und anderer Risiken beträgt der Gesamtschaden an den landwirtschaftlichen Kulturen in Oberösterreich heuer knapp 100 Millionen Euro.
80 Prozent des Ertrags in der Landwirtschaft hängen vom Wetter ab. Laut Waldenberger zeige das, wie verletzlich der Sektor ist. "Die Landwirtinnen und Landwirte in Oberösterreich sind aber gut vor den Wetterrisiken geschützt", sagt er. 90 Prozent der Ackerbäuerinnen und -bauern sind demnach gegen Hagel, Frost, Dürre, Sturm und Überschwemmung abgesichert.
Die Ergebnisse alarmieren: Drei Viertel der Landwirte erklärten zuletzt, dass die psychischen Anforderungen und Herausforderungen in den vergangenen Jahren generell mehr geworden sind. Das Linzer Market-Institut hat sie im Auftrag der Hagelversicherung befragt.
Mehr als vier Fünftel der Landwirte (82 Prozent) leiden unter psychischen Belastungen. 45 Prozent berichteten von Stress durch Ausfälle in der Ernte.