Welt

11.000 Slowaken wegen Schnee ohne Strom

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:01

Verkehrskollaps, über zehntausend Menschen ohne Strom, Unfälle, Panik: Das erneute Schneechaos legt Teile Ungarns und der Südslowakei lahm. In der Slowakei kollabiert der Verkehr, in Ungarn hat sich seit der Nacht auf Freitag bereits ein 100 Kilometer langer Stau gebildet, in dem auch tausende Österreicher festsitzen.

Der Schneesturm, der seit Donnerstag über Europa wütet, hat nun auch in der südslowakischen Region von Komarno an der Grenze zu Ungarn den Verkehr inzwischen völlig lahmgelegt. Bis zu fünf Meter hohe Schneeverwehungen bildeten sich auf den Straßen, viele Lastwagen sowie rund 200 Pkw blieben stecken. Gut 300 Personen mussten aus den Autos in Sicherheit gebracht werden, Rettungskräfte setzten schwere Technik samt einem Panzer ein, um Straßen freizubekommen. .

Auch in der Ost- und Nordslowakei war die Situation weiterhin katastrophal: Straßen sowie die Ost-West-Autobahnverbindung D1 waren teils unbefahrbar. Sturmböen beschädigten Stromleitungen, über 11.000 Haushalte blieben ohne Elektrizität. Die slowakische Bahn meldete landesweit Verspätungen von gut zwei Stunden, ein Teil der Zugverbindungen wurde völlig gestrichen. Meteorologen warnten, dass auch weiterhin Windböen bis zu 144 km/h drohten.

10.000 Ungarn und Österreicher sitzen in Mega-Stau fest

Seit der Nacht zum Freitag sitzen auf Straßen und Autobahnen in Ungarn Tausende in ihren Autos fest. Schneeverwehungen, Unfälle und querstehende Lkws brachten vor allem auf den Autobahnen von Budapest nach Wien (M1) und in Richtung Zagreb (M7) den Verkehr zum Erliegen.

Ein Reporter der deutschen Nachrichtenagentur dpa, der aus Richtung Wien kam, erreichte am späten Donnerstagabend bei Györ das Ende eines Staus, der nach Medienberichten fast bis in das 100 Kilometer entfernte Budapest reichte.

Auf der Autobahn M 7 rutschten bei Nagykanizsa bereits am Donnerstagvormittag 41 Fahrzeuge ineinander. Wenige Stunden später wurden auf derselben Autobahn 77 Kilometer vor Budapest 47 Fahrzeuge in einen Massenunfall verwickelt. Ein Mensch kam dabei ums Leben, 40 weitere wurden verletzt, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf den Rettungsdienst.

Kleinstadt völlig abgeschnitten  

Verkehrsbehinderungen und Mega-Staus wurden vor allem aus der westlichen Landeshälfte, aber zum Teil auch aus dem Nordosten Ungarns gemeldet. Papa, eine westungarische Kleinstadt mit 32 000 Einwohnern, wurde völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Im Zugverkehr kam es wegen der Schneefälle zu stundenlangen Verspätungen. In den östlichen Bezirken Szabolcs und Hajdu blieben 47.000 Menschen ohne Strom, nachdem vom Wind umgeworfene Bäume die Überlandleitungen beschädigt hatten.

Das ungarische Innenministerium rief die Bevölkerung am Donnerstagnachmittag eindringlich dazu auf, keine Fahrten mit dem Pkw zu unternehmen. Außerdem wurden für den Freitag, den ungarischen Nationalfeiertag, alle staatlichen Feiern abgesagt.

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