11 Fehlgeburten bei Medikamenten-Therapie

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Elf Schwangere haben wegen der Einnahme eines Test-Medikamentes ihre ungeborenen Babys verloren.

In den Niederlanden wurde an zehn Spitälern eine Versuchsreihe mit insgesamt 183 Frauen unternommen. Sie leiden an Plazenta-Unterfunktion und nahmen ein bestimmtes Medikament ein, das das Wachstum der Babys hätte fördern sollen.

Dass es sich dabei, wie ursprünglich berichtet, um Viagra oder den Viagra-Wirkstoff Sildenafil handelt, wurde mittlerweile von der Pharmafirma Pfizer dementiert: Pfizer und diese Medikamente hätten nichts mit der Studie zu tun (Viagra wird Männern gegen Erektionsstörungen verschrieben).

Mit welchem Medikament dann getestet wurde, ist noch nicht bekannt.

Der Versuch führte jedenfalls zu katastrophalen Resultaten. Die englische Tageszeitung "The Guardian" berichtet, dass mittlerweile elf Babys an dem Versuch verstorben sind. 17 Kinder kamen mit Lungenproblemen auf die Welt.

Kontrollgruppe nicht beeinträchtigt

Bei der Versuchsreihe bekamen etwa 90 Frauen das tatsächliche Medikament, 90 nahmen - ohne es zu wissen - nur ein Placebo ein. Bei der Placebo-Gruppe kamen lediglich drei Kinder mit Lungenproblemen auf die Welt, kein einziges starb.

Frauen bangen noch

10 bis 15 Frauen, die an der Versuchsreihe teilnahmen, bangen derzeit noch um das Leben ihrer ungeborenen Kinder. Die Studie, an der seit 2015 insgesamt 350 Frauen teilnahmen, wurde nun mit sofortiger Wirkung gestoppt.

Den Teilnehmerinnen wurde zudem mitgeteilt, ob sie das wahre Medikament oder nur das Placebo eingenommen haben. (red)

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