Im September 1988 wurde die elf Jahre alte Melissa Tremblay tot auf den Gleisen eines Güterbahnhofs in Lawrence, im US-Bundesstaat Massachusetts, gefunden. Sie besuchte mit ihrer Mutter und dessen Freund einen sozialen Verein und ging alleine nach draußen, um zu spielen.
Als sie danach trotz mehrstündiger Suche der Mutter und ihres Freundes nicht gefunden werden konnte, meldeten diese Melissa als vermisst.
Ermittler entdeckten ihre Leiche am nächsten Tag. Laut dem Staatsanwalt von Essex, Jonathan Blodgett, ergab die Obduktion, dass sie erst erstochen und dann von einem Zug überrollt wurde.
Der Täter konnte fast 34 Jahre lang nicht gefasst werden. Und das, obwohl viele Zeugen und Verdächtige befragt wurden und seit 2014 ein auf ungeklärte Fälle spezialisiertes Team am Fall arbeitete. Am Dienstagabend wurde der mutmaßliche Mörder jetzt doch noch festgenommen und soll am Donnerstag vor einem Gericht in Alabama angeklagt werden.
Marvin M. ist ein pensionierter Justizvollzugsbeamter. Der 74-Jährige hat laut der Staatsanwaltschaft zur Zeit des Mordes in Lawrence gearbeitet und und war schon länger auf dem Radar der Fahnder. Ob er die Familie kannte, ist jedoch unklar. Laut der Staatsanwaltschaft hätten Beweise vom Tatort zu M. geführt. Genauere Informationen sollen aber erst vor Gericht bekannt gegeben werden.
Die Familie und Freunde des Opfers freuen sich über den Fortschritt. Andrea Ganley, eine Freundin von Melissa, sagte gegenüber der amerikanischen Fernsehsendung Boston 25 News, sie sei "schockiert und überwältigt" von der Nachricht. Sie war sieben Jahre alt, als Melissa starb. "Ich habe so ziemlich mein ganzes Leben auf das gewartet. Ich wusste nicht, ob dieser Tag tatsächlich kommen würde."