In einer Wohngemeinschaft, oder auch wenn du mit einem Partner oder einer Partnerin zusammenziehst, gibt es viel Potenzial für Konflikte: Selten ist man sich so nah, wie wenn man in der gleichen Wohnung wohnt und dort die gleiche Küche und das gleiche Bad benutzt. Um herauszufinden, wie gut du und deine künftige Mitbewohnerin oder dein künftiger Mitbewohner zusammenpassen, lohnt es sich, die richtigen Fragen zu stellen – und zwar vor dem Einzug.
Nur weil man eine Person seit vielen Jahren kennt und vielleicht auch schon gemeinsam in den Ferien war, heißt das nicht, dass man einschätzen kann, wie sie sich als Mitbewohnerin oder Mitbewohner verhält. Wir zeigen dir die wichtigsten Fragen, die du unbedingt stellen solltest, bevor du mit jemandem zusammenziehst.
Hier geht es gleich um mehrere relevante Faktoren: Wann steht die andere Person morgens auf? Ist sie dabei laut, weil sie sich Frühstück kocht oder ein Home-Work-out macht? Ist die Person tagsüber zu Hause, bleibt sie abends ewig lange auf? Mit dieser Frage lässt sich abschätzen, wie sehr sich eure Tage überschneiden – und wo ihr euch gegenseitig stören könntet.
Finde heraus, ob deine künftige Mitbewohnerin oder dein künftiger Mitbewohner schläft wie ein Stein oder beim kleinsten Geräusch hellwach im Bett steht. Stört es, wenn der Fernseher noch läuft? Stört Duschen?
Musikerinnen und Musiker, die regelmäßig üben, sorgen für eine Geräuschkulisse. Nicht allen Bewohnerinnen und Bewohnern gefällt das gleich gut. Deswegen ist es nicht nur wichtig herauszufinden, welches Instrument gespielt wird, sondern auch wie oft – und, sind wir ehrlich, wie gut.
Auch Haustiere sind ein großer Konfliktfaktor, besonders wenn eine Person das Tier eigentlich gar nicht wollte, sich jetzt aber trotzdem darum kümmern muss.
Eine chaotische und eine sehr ordentliche Person können zusammenwohnen, solange sie ungefähr die gleichen Hygiene-Standards haben. Finde heraus, ob deine potenzielle Mitbewohnerin oder dein potenzieller Mitbewohner jemand ist, der mehr Wert auf Ordnung oder auf Sauberkeit legt. Im besten Fall habt ihr die gleichen Vorstellungen oder ergänzt euch perfekt.
Manche Menschen leben nur aus finanziellen Gründen in WGs und das ist auch okay. Wenn du aber gerne ein echtes Zusammenleben mit gemeinsamen Aktivitäten suchst, dann eignet sich eine solche Person nicht. Findet gemeinsam heraus, wie viel Zeit ihr zusammen mit Kochen, Fernsehen oder anderen Dingen verbringen wollt und wie viel Zeit ihr jeweils alleine braucht.
Gehört alles im Kühlschrank euch beiden? Teilt ihr TV, Föhn und andere elektronische Geräte oder schaut jeder für sich selbst?
Bei dieser Frage geht es wieder darum, wie gut ihr euch ergänzt: Du hasst Abwaschen wie die Pest, während die andere Person schon beim Gedanken ans Staubsaugen einen Anfall bekommt? Super! Dann könnt ihr diese Dinge vielleicht direkt so verteilen, dass ihr eure Hass-Aufgabe selten bis gar nie machen müsst.
Mit dieser Frage kannst du unangenehme Überraschungen vorwegnehmen. Die andere Person lässt ihre nassen Handtücher auf dem Boden liegen oder lässt die Milch im Kühlschrank offen? Kannst du damit umgehen oder würde dich das total auf die Palme bringen?
Manche Menschen möchten ihre Wohnung hauptsächlich für sich, andere beherbergen gerne den ganzen Freundeskreis für ein komplettes Wochenende. Findet heraus, wie wichtig euch die gemeinsamen Räume als Rückzugsort sind und wie oft Besuch erwünscht ist. Ebenfalls wichtig: Wann und wie wird der Besuch angekündigt? Niemand möchte aus der Dusche stolpern und plötzlich vier Fremden gegenüberstehen.
Wenn du dir bereits ziemlich sicher bist, dass du und die andere Person zusammenpasst, kannst du Fragen zur Diskussionskultur stellen. Sollen Beschwerden über nicht weggeräumte Teller sofort diskutiert werden? Sollen solche Dinge per Whatsapp kommuniziert werden oder würde für euch ein WG-Gespräch in regelmäßigen Abständen funktionieren? Ist dein Gegenüber jemand, der solche Konflikte sofort lösen will oder ihnen lieber aus dem Weg geht? Diese Fragen sollten sich unbedingt auch Paare stellen, die zusammenziehen.
Bei den Fragen für potenzielle Mitbewohnerinnen und Mitbewohner geht es nicht nur darum, allfälliges Konfliktpotenzial vorauszusehen, sondern auch selbst eine möglichst gute Partei zu sein. Wenn du weißt, wie du die andere Person beruhigen oder aufheitern kannst, sorgt das garantiert für bessere Stimmung in der WG.