Gesundheit

120 Fälle – Masern breiten sich weiter aus

Seit Februar wurden in Österreich 120 Masern-Fälle registriert, die meisten davon in der Steiermark. Ärzte appellieren zur Impfung.

Heute Redaktion
Drei Monate nach dem Masern-Ausbruch in Graz werden weitere Infektionen gemeldet.
Drei Monate nach dem Masern-Ausbruch in Graz werden weitere Infektionen gemeldet.
Getty Images/iStockphoto

Die Masern in Österreich breiten sich weiter aus. Im Februar traten die ersten Fälle nach einer Hochzeit mit mehr als 400 Gästen im Grazer Bezirk Gösting auf, "Heute" berichtete.

Seit Jahresbeginn gab es laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) österreichweit 120 Fälle – 102 in der Steiermark, fünf in Oberösterreich, je vier in Wien, Niederösterreich und Kärnten und einen im Burgenland.

Cluster nach Hochzeit

Und es werden immer noch Ansteckungen gemeldet, berichtet die "Presse". Bei der Hochzeit in Graz nahm eine infektiöse Person teil, die sich zuvor bei einer Reiserückkehrerin angesteckt hatte. Weil sich auf dem Event viele ungeimpfte Personen befanden, kam es zu rund 20 weiteren Infektionen.

Nach wie vor ist mit "assoziierten Folgefällen" zu rechnen, heißt es von der AGES. Eine unkontrollierte Ausbreitung findet derzeit zwar nicht statt, Ärzte appellieren aber dennoch zur Impfung, da es in der Bevölkerung immer noch Impflücken gibt. Die Impfquote beträgt in Österreich 80 Prozent.

Die jüngsten größeren Masern-Ausbrüche gab es im Jahr 2015 mit 309 und 2019 mit 151 Fällen. 2021 und 2022 wurde in Österreich jeweils nur ein einziger Fall registriert.

Sterile Immunität durch Impfung

Eine Masern-Impfung hinterlässt anders als die Corona-Impfung eine sterile Immunität. Wer geimpft ist, kann also weder angesteckt werden noch andere anstecken, heißt es in dem "Presse"-Bericht.

Masern zählt zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Die Zahl der Fälle ist in den letzten Jahren weltweit wieder angestiegen. Ursache dafür sei, dass zu viele Kinder nicht geimpft wurden, weil als Folge der Corona-Pandemie Impfprogramme unterbrochen wurden.

Lange Inkubationszeit

Auch in Österreich sind etwa 30.000 Kinder zwischen sechs und neun Jahren nicht ausreichend gegen Masern geschützt. Infektiös sind die Betroffenen rund vier Tage vor Auftreten der ersten Symptome und vier Tage nach Auftreten des Hautausschlags. Die Dauer von der Ansteckung bis zum Auftreten erster Beschwerden dauert acht bis 14 Tage.

Masern werden durch Tröpfchen beim Husten, Niesen und Sprechen übertragen. Betroffene haben erst Symptome, die einer Grippe ähneln und bekommen dann einen Hautausschlag. Typische Komplikationen sind Mittelohr- und Lungenentzündungen, in schlimmen Fällen kann es auch zu einer Gehirnentzündung kommen.

Die Grundimmunisierung erfolgt im Zuge des Gratis-Impfprogramms durch zwei Teilimpfungen, die erste nach dem vollendeten neunten Lebensmonat, die zweite drei Monate später.

Sollte man als Erwachsener seinen Impfstatus nicht kennen oder nicht wissen, ob man die Krankheit durchgemacht hat, wird vorsorglich zu einer neuerlichen vollständigen Grundimmunisierung geraten.

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