Wegen versuchten Mordes an einem Mithäftling ist am Donnerstag ein 25-jähriger Insasse zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte nach einem Streit das spätere Opfer mit einem zugespitzten Buttermesser attackiert und schwer verletzt. Der Angeklagte machte im Prozess Notwehr geltend.
Der Vorfall ereignete sich am 2. August 2020 in der Justizanstalt Josefstadt. Es kam zwischen den beiden Zimmergenossen zum Streit in der Zelle. Dabei ging der 25-Jährige mit einem zugespitztem Buttermesser auf den Mithäftling los. Sechsmal stach er dem Opfer in den Rücken und in den Oberarm.
Die Geschworenen folgten mit sechs zu zwei Stimmen der auf versuchten Mord lautenden Anklage. Zusätzlich wurde der Mann in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Die beiden Häftlinge hatten zuvor Alkohol getrunken. Der Angeklagte hatte bei der Tat rund 1,5 Promille Alkohol im Blut. "Mir ist die Hand ausgerutscht, ich hab‘ ihm eine geben. Er hat mich genervt", gab der Angeklagte laut APA zu Protokoll. Der 27-Jährige habe zurückgeschlagen und sei dann "richtig aggressiv" geworden und auf ihn "eingesprungen".
Zwei Zellengenossen kamen dem Angegriffenen zu Hilfe, er erlitt keine lebensgefährlichen Verletzungen. "Ich hab’ mich nur verteidigt", sagte der 25-Jährige. "Ich wollte ihn nicht verletzen oder gar töten."
Der verletzte Mithäftling soll den Streit aber anders dargestellt haben. Auch die Geschworenen schenkten dem Angeklagten mehrheitlich keinen Glauben. Wie Gerichtssprecherin Christina Salzborn mitteilte, wurden bei der Strafbemessung neben fünf Vorstrafen wegen Gewalt-und Vermögensdelikten auch rassistische und antisemitische Beweggründe erschwerend gewertet.