15. April 1912: Der Untergang

In den frühen Morgenstunden des 15. April 1912 versinkt die "Titanic" im Atlantik. Das Protokoll des Untergangs.

In den frühen Morgenstunden des 15. April 1912 versinkt die "Titanic" im Atlantik. Das Protokoll des Untergangs.

0.05 Uhr: Das Wasser steht bereits 9,6 Meter über Kiel, der Squashplatz ist überflutet. Kapitän Edward J. Smith erteilt den Befehl, die Rettungsboote klarzumachen. Bereits jetzt ist Verantwortlichen klar, dass eine Katastrophe naht. Für die 2227 Menschen an Bord stehen nur 1178 Plätze in den Rettungsbooten zur Verfügung.

0.15 Uhr: Im Salon der ersten Klasse wird unterdessen munter weitergefeiert. Eine Kapelle spielt Ragtimemusik.

0.20 Uhr: Die ersten Schiffe empfangen die Notsignale, darunter die 58 Meilen entfernte "Carpathia", die sofort Kurs auf die Unglücksstelle setzt.

0:30 Uhr: Die nur 10 bis 19 Meilen entfernte "Californian" versucht vergeblich mittels Morselampe mit der "Titanic" in Kontakt zu treten. Da der Funker bereits schläft, kommen die Notrufe nicht an. Die von der "Titanic" abgefeuerten Notraketen werden von der "Californian"-Besatzung für ein Feuerwerk gehalten.

0.45 Uhr: Das erste Rettungsboot wird zu Wasser gelassen. Allerdings befinden sich nur 28 Menschen im für 65 Personen zugelassen Boot. Offizielle Begründung: Man habe Angst, die Boote könnten unter der Last durchbrechen.

1.15 Uhr: Das Wasser steht bereits bis zum "Titanic"-Schriftzug, das Schiff bekommt Schlagseite nach Backbord.

1.30 Uhr: Unter den Passagieren bricht Panik aus. Mittlerweile werden endlich die ersten Rettungsboote bis zur Maximalkapazität und darüber gefüllt. Weil einige Passagiere vom sinkenden Schiff in die Rettungsboote springen feuert ein Offizier Warnschüsse mit einer Pistole ab.

1.40 Uhr: Bruce Ismay, der Geschäftsführer der "Titanic"-Reederei White Star Line, begibt sich auf eines der letzten Rettungsboote. Für dieses unehrenhafte Verhalten sollte er später heftig kritisiert werden.

1.45 Uhr: Von der "Titanic" wird der letzte Funkspruch gesandt: "Maschinenraum bis zu den Kesseln vollgelaufen."

2.05 Uhr: Noch immer sind 1500 Menschen auf der "Titanic", doch es steht nur noch ein Rettungsboot für 47 Personen zur Verfügung.

2.17 Uhr: Kapitän Smith spricht zur Besatzung und entbindet sie ihrer Pflichten: "Jetzt muss jeder für sich sorgen." Mittlerweile ist der komplette Bug der "Titanic" unter Wasser.

2.18 Uhr: Die Lichter auf dem Schiff gehen aus, dann bricht die "Titanic" auseinander.

2.20 Uhr: Das Heck steht steil in die Luft, läuft mit Wasser voll und geht langsam unter.

4.10 Uhr: Die "Carpathia" trifft an der Unglücksstelle ein und nimmt die ersten Schiffbrüchigen an Bord auf.

8.30 Uhr: Der letzte Insasse eines Rettungsbootes geht an Bord der "Carpathia".

8.50 Uhr: Die Suche nach Überlebenden wird abgebrochen. Mit 705 Überlebenden an Bord nimmt die "Carpathia" Kurs auf New York. 1522 Menschen fanden in den eisigen Fluten den Tod.

9.00 Uhr: Charles Ismay funkt an das New Yorker Büro der White Star Line: "Teile in tiefem Bedauern mit, dass 'Titanic' heute morgen nach Kollision mit Eisberg gesunken; schwere Verluste. Alle Einzelheiten später."

Lesen Sie weiter über die 1985 in rund 3800 Metern Tiefe.

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