15-facher Zechpreller aß Pizza und Torte um 414 Euro

Am Wiener Straflandesgericht ging heute ein kurioser Prozess zu Ende. Ein 45-jähriger Deutscher, der 15 Mal die Zeche geprellt hat, wurde zu 8 Monaten Haft verurteilt.
Rico L. kam vor einem halben Jahr nach Wien, weil er "Österreich immer mal angucken" wollte. Dann ging ihm das Geld aus und die Zechprellerei begann. Er setzte sich in Gasthäuser und speiste, ohne die Rechnung zu begleichen.

Weil ich Hunger hatte

Bei 15 Restaurantbesuchen entstanden 414,40 Euro Schaden, dann wurde er festgenommen. "Warum haben Sie das gemacht?", fragte Richterin Andrea Philipp-Stürzer. Seine Antwort: "Weil ich Hunger und Durst hatte."

Bei der Caritas sei der zuletzte Obdachlose abgewiesen worden, meinte er. Also ging er in seine Lieblingslokale: In die Pizzeria und ins Kaffeehaus. Eine Kellnerin sagte als Zeugin aus: "Er hatte Kaffee, zwei Weine, ein Essen und zwei Mal Nachspeise", erzählte sie.

Wartete auf die Polizei

Als es Zeit war zu Zahlen, hatte er mehrere Ausreden. Er wollte anschreiben lassen oder am nächsten Tag bezahlen kommen. Die Gastronomen riefen jedes Mal die Polizei, doch anstatt zu flüchten, blieb der Mann sitzen und wartet auf die Beamten.

Am 2. März erfolgte die Festnahme. Nach einem ausgiebigen Tortenfest bei Aida um 21,70 Euro wurde er festgenommen. Seitdem saß er in U-Haft. Die Gerichtspsychiaterin bescheinigte dem Deutschen zwar psychische Probleme, er war bei seinen Taten jedoch zurechnungsfähig.

Das Urteil, eine teilbedingte Haftstrafe von 8 Monaten, hat er bereits in U-Haft abgesessen. "Gehen Sie zur Caritas, wenn Sie zu essen und zu trinken haben wollen", sagte die Richterin zum Abschluss: "Wenn Sie noch einmal was bestellen und nicht zahlen, sitzen Sie wieder hier."

Der 45-Jährige will aber ohnehin nicht in Österreich bleiben: "Ich wollte nach Spanien, weil es dort ein bisschen wärmer ist."
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