Ein 15-jähriger Iraker aus Linz steht laut Polizei im Verdacht, in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gemeinsam mit einem Komplizen in Linz und Traun mindestens zwölf Einbrüche in Autos und Geschäftslokale verübt zu haben – teilweise ist es beim Versuch geblieben.
Außerdem soll der Bub dann am Mittwoch gegen 4.15 Uhr in Linz allein unterwegs gewesen sein und dabei einen 64-jährigen Taxilenker mit einer Softairwaffe bedroht haben, um an Bargeld zu kommen.
Der Taxifahrer hat das Geld hergegeben, der 15-Jährige ist danach zu Fuß geflüchtet. Nach intensiven Ermittlungen konnte der Jugendliche ausgeforscht werden. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Linz wurde er am Donnerstag festgenommen und in die Justizanstalt Linz gebracht.
In Österreich ist ein besorgniserregender Trend zu beobachten: Immer mehr Kinder und Jugendliche geraten ins Visier der Polizei. Zwischen März und Mitte November 2024 wurden landesweit 6.843 Tatverdächtige im Bereich Jugendkriminalität registriert – darunter 1.756 Minderjährige. Besonders auffällig ist Wien, wo 3.755 Verdächtige gezählt wurden, davon 531 unter 18 Jahren.
Die Zahl der Anzeigen gegen Kinder unter 14 Jahren ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Wurden 2020 noch rund 6.300 Fälle registriert, waren es 2023 bereits 10.754 – und 2024 sogar 12.049. Diese Entwicklung wirft Fragen auf, wie gut Prävention und soziale Unterstützung tatsächlich greifen.
Interessanterweise zeigt sich bei den gerichtlichen Verurteilungen ein gegenläufiges Bild: Während die Anzeigen steigen, gehen die Verurteilungen zurück. 2012 wurden noch 4.358 Jugendliche verurteilt, 2021 waren es nur noch 3.004. Das deutet darauf hin, dass viele Verfahren eingestellt werden – oder auf Alternativen wie Diversion gesetzt wird.