150 Lehrer wollen wegen Impfpflicht Job an Nagel hängen

150 österreichische Lehrer haben sich in einem Schreiben an die Politik gewendet. 
150 österreichische Lehrer haben sich in einem Schreiben an die Politik gewendet. Getty Images
150 Lehrer in Vorarlberg gehen wegen der Impfpflicht ab Februar auf die Barrikaden. Kommt die Pflicht, wollen die Lehrer Ernst machen und kündigen. 

Es ist ein brisantes Schreiben, das am Montag in Vorarlberg an die Landesregierung, die zuständige Landesrätin und die Bildungsdirektion ging. Darin machen sich 150 Lehrkräfte gegen die beschlossene Impfpflicht ab Februar 2022 stark. "Wir sind nicht bereit, unsere Energie und unsere Kräfte in den Dienst eines Landes zu stellen, das die Grundrechte seiner Bevölkerung mit Füßen tritt und ein Drittel davon gegen deren Willen zu einer experimentellen Impfung zwingen will", zitiert die "Kronen Zeitung" aus dem Brief der aufmüpfigen Lehrer. 

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Weiter heißt es darin: "Sie lassen es zu, dass Ungeimpfte Lehrpersonen als dumm, unsolidarisch, verantwortungslos und als nicht geeignet für den Lehrberuf dargestellt werden." Der Ärger über die Pflicht ist groß. So groß, dass die Impfskeptischen Lehrer einen drastischen Schritt wagen wollen. Denn sollte die Impfpflicht wie angekündigt tatsächlich im Februar 2022 in Kraft treten, wollen die Lehrer ihren Job zurücklegen. 

Politikerin reagiert auf Drohung

Die zuständige Landesrätin Barbara Schöbi-Fink bedauert am Dienstag in der "Kronen Zeitung" die Drohung des Personals.  In Anbetracht der aktuellen Personalsituation litten besonders Kollegen und Kinder darunter, so ihr Tenor. „Ich gebe zu bedenken, dass die genauen Details sowie ein Gesetzesentwurf noch nicht vorliegen. Ich gehe jedoch davon aus, dass die Impfpflicht nicht an die Ausübung eines bestimmten Berufes geknüpft wird“, erklärt sie dem Boulevardblatt. Laut dem Bericht liegt die Durchimpfungsquote bei den Vorarlberger Pädagogen aktuell bei 80 Prozent. 

Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) haben am Dienstag eine breite Experten-Runde aus unterschiedlichen Disziplinen ins Kanzleramt geladen, um die geplante Impfpflicht zu diskutieren. Inhaltliche Festlegungen gab es im Anschluss keine, außer dass Edtstadler eine Impfpflicht für Volksschulkinder mehr oder weniger ausschloss. Betont wurde jedenfalls, dass dies der Start gewesen sei und weitere Gespräche folgen.

Sowohl Edtstadler als auch Mückstein lobten den begonnenen Dialog als "konstruktiv" bzw. "fruchtbringend". Ziel sei nicht nur die Beratung durch die Experten, sondern das Bestreben, die Impfpflicht auf eine breite Basis zu stellen. Beide dankten ausdrücklich den Oppositionsparteien SPÖ und NEOS mit ihren Vorsitzenden Pamela Rendi-Wagner und Beate Meinl-Reisinger für die Teilnahme. Schließlich sei ein "breiter Schulterschluss über Parteigrenzen hinweg" das Ziel.

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