Österreich

161 Zoo-Mitarbeiter zur Kurzarbeit angemeldet

Weil die Erlöse aufgrund der Coronavirus-Maßnahmen derzeit ausbleiben muss der Tiergarten Schönbrunn 70 % der Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken.
Heute Redaktion
13.09.2021, 14:06

Seit 12. März ist der Tiergarten Schönbrunn geschlossen. Wie "Heute" berichtete, sind derzeit nur virtuelle Besuche via Social Media möglich. Wo sich sonst an einem schönen Frühlingswochenende tausende Besucher tummeln, um Elefanten, Tiger und Eisbär-Baby Finja zu erleben, herrscht nun gähnende Leere. Die Eintrittserlöse fallen weg, die Futter- und Betriebskosten gehen allerdings weiter.

Mit morgen Mittwoch, 1. April, hat der Tiergarten Schönbrunn in Abstimmung mit dem Betriebsrat 70 Prozent seiner rund 230 Mitarbeiter für drei Monate zur Kurzarbeit angemeldet. Wie hart diese Zeit den Tiergarten Schönbrunn finanziell treffen wird, wird sich erst zeigen, wenn klar ist, wie lange die Schließung andauern wird.

"Mitarbeiter sind dankbar für Lösung"

"Ich bin froh, dass wir uns zusammen mit der Geschäftsführung auf dieses Modell einigen konnten. Durch die Kurzarbeit konnten wir sicherstellen, dass kein Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz verliert. Alle Mitarbeiter sind sehr dankbar für diese Lösung und unterstützen den Tiergarten in dieser Krisensituation mit allen Kräften", so Betriebsratsvorsitzender Alexander Keller.

"Es ist eine sehr herausfordernde Zeit. Ich danke meinem gesamten Team für die großartige Unterstützung, sodass diese Lösung gefunden werden konnte! Alle haben den Ernst der Lage erkannt und so konnten gemeinsam gute Lösungen gefunden werden", meint auch Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.

Tiergarten greift auf "Erspartes" zurück

Derzeit ist der Tiergarten gezwungen, auf jene Mittel zurückzugreifen, die er durch seinen wirtschaftlichen Erfolg angespart hat. Seit einigen Jahren beträgt die Eigenfinanzierungsquote über 100 Prozent. Damit finanziert der Tiergarten nicht nur seinen laufenden Betrieb selbst, sondern auch die letzten Bauprojekte, wie zum Beispiel die neue Flusspferd-Anlage. Auch für das nächste Großprojekt, das Aquarium, soll der Tiergarten die Mittel selbst aufbringen.

Vor Ort sind im Moment nur jene Mitarbeiter, die für die Versorgung der Tiere und die Instandhaltung der Anlagen zuständig sind: Tierpfleger, Tierärzte, Zoologische Kuratoren, Techniker und Handwerker. Jeder Bereich wurde in Teams aufgeteilt, die abwechselnd Dienst versehen. "Uns erreicht derzeit eine Vielzahl an netten Nachrichten von Tiergarten-Fans, die sich schon freuen, wenn wir wieder öffnen dürfen. Diese Verbundenheit zu spüren, tut in dieser herausfordernden Zeit besonders gut."

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