18-Jährige stirbt, nachdem ihr Handy explodiert ist

Beim Smartphone soll es sich um ein Nokia 5233 gehandelt haben. Das Modell aus dem Jahr 2010 wird in Indien immer noch verkauft, möglicherweise aber nicht mehr mit allen Originalteilen.
Beim Smartphone soll es sich um ein Nokia 5233 gehandelt haben. Das Modell aus dem Jahr 2010 wird in Indien immer noch verkauft, möglicherweise aber nicht mehr mit allen Originalteilen.Bild: Wikipedia/Qoushik/CCBY-SA3.0

Tödlicher Anruf in Indien: Eine 18-jährige Inderin lud ihr Smartphone auf und telefonierte gleichzeitig damit. Während des Gesprächs explodierte das Gerät.

Als die 18-Jährige mit dem Smartphone telefonierte, knallte es plötzlich und die junge Frau erlitt Verbrennungen an Hand, Brust und Beinen. Laut einem Bericht von Mailonline.co.uk erlag die junge Inderin daraufhin im Spital ihren Verletzungen. Beim Smartphone soll es sich um ein Nokia 5233 gehandelt haben. Das Modell aus dem Jahr 2010 wird in Indien immer noch verkauft, möglicherweise aber nicht mehr mit allen Originalteilen.

Immer wieder kommt es zu tödlichen Vorfällen mit Smartphones, meist sind billige Ladegeräte oder andere Teile von Drittanbietern im Spiel. Zuletzt herrschte Schock in Brasilien: Eine Schülerin aus Riacho Frio, Piauí, soll beim Rumspielen an ihrem Smartphone durch einen Stromschlag getötet worden sein.

Eine 21-jährige, hochschwangere Frau starb kürzlich nach einem Herzstillstand in Frankreich. Die Frau hatte ihr Handy an das Ladekabel angeschlossen, während sie ein Bad nahm. Und: Eine 14-Jährige starb in Vietnam im Schlaf, nachdem sie einen Stromstoß aus ihrem Smartphone-Ladekabel erlitten hat.

Lebensgefahr bei Fake-Teilen

"Von außen sehen die Kopien zwar gleich aus, im Inneren ist jedoch billige Elektronik verbaut, bei der die Sicherheitselemente fehlen", erklärt der Elektroingenieur Marc Heusser zu Billig-Nachbau-Teilen. "Wenn nun ein Defekt auftritt, können 220 Volt am Ladekabel anstehen – und das kann tödlich sein", so Heusser.

Dass gefälschte Ladegeräte gefährlich sein können, zeigte auch ein ausführlicher Test der Konsumentenschutzorganisation Chartered Trading Standards Institute (CTSI) aus Großbritannien. Bei der Analyse von 2016 waren insgesamt 400 Ladegeräte aus Fernost getestet worden. 397 fielen bereits bei den grundlegendsten Sicherheitstestes durch.

Regelmäßige Kontrollen

Peter Fluri, Leiter Marktüberwachung beim Eidgenössischen Starkstrominspektorat der Schweiz (Esti), kennt die Problematik mit den gefälschten Adaptern und Ladegeräten. Das Esti überprüft Geräte für Haushalt, Gewerbe oder Büro regelmäßig stichprobenweise auf ihre Konformität und Sicherheit hin. Wer hingegen solche Produkte eigenständig importiert, trägt die alleinige Verantwortung für die Sicherheit der Adapter.

Damit man sich als Kunde nicht unbewusst einer Gefahr aussetzt, sollten laut Fluri ein paar Dinge beachtet werden: "Ein sehr tiefer Preis, eine billige Aufmachung oder ein Web-Auftritt ohne heimisches Domizil und ohne direkten Ansprechpartner sind Indiz für möglicherweise mangelhafte Geräte".

Konsumenten sollten auch darauf achten, ob auf dem Produkt ein freiwilliges Prüfzeichen angebracht ist. Allerdings können auch diese auf Billigprodukten gefälscht sein.

Das Digital-Telegramm 2018:

(red)

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