1.900-Euro-Wirt erhielt "20 Bewerbungen in einem Tag"

Gastwirt Jürgen Lichtl musste sein Gasthaus jetzt zusperren, weil er kein Personal fand.
Gastwirt Jürgen Lichtl musste sein Gasthaus jetzt zusperren, weil er kein Personal fand.fotokerschi.at
Seit Wochen findet der Chef der "Backhendlstation" in Enns (OÖ) kein Personal. Doch nach einem "Heute"-Bericht kommt jetzt Bewegung in die Sache.

Seit Montag ist das Gasthaus "Backhendlstation" in Enns (Bez. Linz-Land) erstmals seit 19 Jahren geschlossen. Wie "Heute" berichtete, findet Besitzer Jürgen Lichtl (41) kein Personal für sein Lokal. Und das, obwohl er für seine Angestellten je nach Qualifikation zwischen 1.700 und 1.900 (Koch) Euro netto bezahlen würde.  

Die Saisonarbeiter sind wieder weg und von seinen beiden Lehrlingen ist einer im Krankenstand und der andere besucht gerade die Berufsschule. Zudem hatte ihm eine Mitarbeiterin vor zwei Wochen auch noch die Kündigung auf den Tisch gelegt. Für ihn alleine ist das alles natürlich nicht zu stemmen. "Ich suche seit einigen Wochen intensiv. Wir sind beim AMS gemeldet und schalten auch Anzeigen auf Facebook. Aber es ist nichts reingekommen", so Lichtl noch am Montag.

Doch nach dem Heute"-Bericht schaut das jetzt anders aus. "Es hat sich in den letzten 24 Stunden wirklich einiges getan. Ich hatte 20 Anfragen und auf meiner Facebook-Seite geht es weiter rund", freut sich Lichtl. 

Sogar Bewerbung aus Kroatien

Die potenziellen Bewerber meldeten sich via Telefon, SMS, Facebook und auch per E-Mail. Wie der Gastwirt berichtet, war der älteste Interessent 67 Jahre alt. Der Linzer würde sich für den Posten des Kochs interessieren. Außerdem gab es Bewerbungen aus Wien und Vorarlberg. Und eine sogar aus Kroatien.

"Der Großteil der Bewerber kommt als Aushilfe in Frage. Es waren aber einige interessante Leute dabei. Ich habe mir auch schon Termine für Vorstellungsgespräche ausgemacht", verrät Lichtl im "Heute"-Gespräch Dienstagmittag. Einer der möglichen neuen Mitarbeiter soll auch schon in sehr renommierten Häusern gearbeitet haben.

Aber natürlich erhofft sich der Gastwirt rasch eine Vielzahl an weiteren Bewerbungen. Denn für den 41-Jährigen ist klar: "Die jetzige Situation darf auf keinen Fall ein Dauerzustand bleiben. Ich möchte so rasch wie möglich wieder aufmachen.  Der schlimmste Fall für mich wäre, wenn ich nur noch im Sommer aufsperren könnte."

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Somit heißt es Daumen drücken, dass sich weitere potenzielle Köche und Kellner bei Lichtl melden. Und dann gibt es vielleicht schon bald wieder, wie gewohnt, das leckere Backhendl in Enns.

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