2.320 Schüler werden zu Hause unterrichtet

Immer mehr Eltern wollen ihre Kinder lieber zuhause unterrichten lassen. Für die Abmeldung vom regulären Unterricht genügt bereits ein simpler Brief.

Die Zahl der Schüler, die vom Unterricht in der Schule abgemeldet werden, steigt. Im Schuljahr 2012/13 lag die Zahl erst bei 1.828, im vergangenen bereits 2.320. Das ist ein Plus von 27 % und geht aus einer Anfrage des Grün-Bundesrats David Stögmüller hervor. Den größten Anstieg verzeichnete das Burgenland mit 71 %, gefolgt von Niederösterreich mit 53 % (s. Tabelle). Dort gibt es auch die größte Zahl der Schüler im häuslichen Unterricht.

Rechtsgrundlage: Heimunterricht ist weitgehend ungeregelt



Das österreichische Recht stellt Eltern, die ihre Kinder lieber daheim unterrichten (oder unterrichten lassen wollen, auch hier müssen keinerlei Qualifikationen nachgewiesen werden), kaum rechtliche Hindernisse in den Weg. Für die Abmeldung vom regulären Unterricht genügt bereits ein simples Informationsschreiben an die jeweilige Landesregierung. Diese kann zwar die Zustimmung verweigern, wenn sie Anzeichen zu erkennen glaubt, dass im jeweiligen Fall davon ausgegangen werden darf, dass das Kind keinen qualitativ ausreichenden Unterricht bekommen wird.

Einmal im Jahr wird geprüft

Hintergrund dieser Regelung ist die Tatsache, dass Kinder die von zuhause aus unterrichtet werden, einmal im Jahr verpflichtend zur einer "Externistenprüfung" antreten müssen. In dieser Prüfung, die in einer speziellen Prüfungsschule abgehalten wird, muss das Kind zeigen, dass es ungefähr auf dem Lernniveau von gleichaltrigen Kindern ist, die eine normale Schule besuchen müssen.

Verhaut das Kind die Prüfung, dann muss es künftig per Gesetz in einer "normalen" Schule unterrichtet werden. (bob)

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