Zwei neue Arme – Mann kann Enkerl wieder umarmen

Felix Gretarsson nach seiner doppelten Arm-Transplantation.
Felix Gretarsson nach seiner doppelten Arm-Transplantation.Screenshot Instagram/@felix_gretarsson
Nach einem Unfall mussten dem Mann beide Arme amputiert werden. In einer weltweit einzigartigen 15-stündigen OP bekam er zwei neue transplantiert.

Der Fall von Felix Gretarsson wird in die medizinischen Geschichtsbücher eingehen. Am 12. Jänner 1998 arbeitete der damals 26-jährige Elektriker aus Island an einer Hochspannungsleitung, als ein 11.000-Volt-Stromschlag ihn aus 9 Meter Höhe auf den Boden schleudert. Er erleidet mehrere Brüche, innere Verletzungen und seine Arme verbrennen. Die Chirurgen müssen beide Arme amputieren, um sein Leben zu retten. Während er drei Monate im Koma liegt, muss der Mann 54 Operationen über sich ergehen lassen. 

Als er aus dem künstlichen Koma erwachte, war er erleichtert – trotz seiner Verletzungen und dem Verlust seiner Arme – nicht vollständig gelähmt zu sein. Nach Jahrzehnten ohne die beiden Gliedmaßen fand er nach langer Suche den Handtransplantationspionier Jean-Michel Dubernard und überzeugte ihn, im Jänner 2021 die weltweit erste doppelte Arm- und Schultertransplantation durchzuführen. Acht Jahre zuvor, 2013, war er für die Vorbereitungen und die Spendersuche sogar von Island nach Frankreich gezogen. Vier Jahre dauerte die Suche nach einem geeigneten Gliedmaßenspender. 15 Stunden lang wurde er im Hopital Edouard Herriot in Frankreich operiert. 

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Unglaubliche Fortschritte

Es war nicht klar, ob und wie viel Mobilität Felix mit der Operation wiedererlangen würde, aber der zweifache Vater hat die Chirurgen mit seinen unglaublichen Fortschritten überrascht und kann jetzt mit seinen Händen Auto fahren, sich die Zähne putzen und Bälle für seinen Hund werfen. Ein Video zeigt sogar den Moment, in dem Felix seine Tochter Dilja, 24, zum ersten Mal, seit sie drei Monate alt war, und seine Enkel umarmen durfte. In einem Video auf seinem Instagram-Kanal zeigt er sein neues Leben.

"Die Arme bis zu den Handgelenken fühlen sich gut an und ich kann jeden Teil der Hand fühlen, aber es ist immer noch nicht perfekt", sagt Felix. "In der Lage zu sein, sich zu kratzen, ohne sich an Möbeln zu reiben – man merkt nicht, wenn man die Hände verliert, wie oft man am Tag seine Nase oder Augen berühren oder sich am Kopf kratzen muss, und jetzt mache ich das einfach ständig."

Das erste Mal ein Smartphone in der Hand

Um die Muskeln in seinen neuen Armen aufzubauen, geht Felix jetzt ins Fitnessstudio, um zu trainieren. "Ich versuche, Muskeln aufzubauen und gleichzeitig die Nerven zu stärken". Auch heiß und kalt kann Felix schon unterscheiden: "Wenn ich meine Hände unter die Spüle halte, kann ich die Temperatur sofort spüren." Auch sein Smartphone kann Felix jetzt in der Hand halten. Vor der Transplantation leckte er oder benutzte er seine Nase, um auf den Bildschirm zu tippen.

Felix ist für seine wiedererlangte Unabhängigkeit sehr dankbar. "Ich kann in ein Café gehen und muss niemanden bitten, in meine Tasche zu greifen, um das Wechselgeld zu holen. Ich kann mich selbst duschen und bin bei täglichen Aufgaben nicht auf Menschen angewiesen. Ich mache immer noch Fortschritte und ich habe Hoffnung, dass noch viel mehr draus wird."

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