Retterin: "Zweijährige ging allein auf der Straße"

Barbara Baumgartner (43) machte gemeinsam mit einer Radlerin die Eltern der Kleinen ausfindig, brachte sie wohlbehalten zurück.
Barbara Baumgartner (43) machte gemeinsam mit einer Radlerin die Eltern der Kleinen ausfindig, brachte sie wohlbehalten zurück.privat
Samstagabend wurde ein Mäderl (2) auf der Weifersdorfer-Landesstraße in Kematen gefunden. Barbara Baumgartner (43) brachte es ihren Eltern zurück.

"Ich bin gerade auf der Terrasse gesessen, da kam eine Radfahrerin mit dem Mäderl zu mir, sagte sie habe die Kleine auf der Straße aufgelesen und fragte mich ob ich wüsste, wo sie hingehört", erzählt Barbara Baumgartner (43). 

Gemeinsam mit der Radlerin suchte die Kematnerin nach den Eltern der 2-Jährigen. Laut Polizei war das Mädchen gegen 19.45 Uhr unbemerkt aus der elterlichen Wohnung ausgebüxt, über das Stiegenhaus und die offenstehende Haustür Richtung Weifersdorfer-Landesstraße los marschiert. Offenbar war es dem Mäderl in der Wohnung zu heiß geworden und es wollte sich was zum Abkühlen suchen.  

Mäderl sagte kein Wort, deutete nur stumm auf Gebäude

"Es hatte nur ein rosa Kleiderl und zwei Schwimmflügerl an. Wir fragten sie, ob sie wisse wie sie heißt und wo sie hingehört. Aber das Mäderl sagte kein Wort. Sie hat nicht geweint, war auch nicht verschreckt oder g'schamig", schildert Baumgartner die Situation, Samstag kurz vor 20 Uhr. 

Die Kleine habe nur stumm in die Richtung hinter dem Haus der 43-Jährigen gedeutet. Dort steht ein Mehrparteienhaus, parallel dazu fließt gleich die Krems vorbei. "Ich hab' mich erinnert, dass dort auch eine Familie mit zwei kleinen Kinder wohnt. Also war ich sicher, dass das passt", so Baumgartner  

Lebensgefährte bemerkte Fehlen

Mit dem Mädchen an der Hand läutete das Trio die Wohnungen durch, doch niemand öffnete. Kurz darauf zeigte sich dann aber noch jemand vor der Tür. "Wir standen noch am Parkplatz, telefonierten gerade mit der Polizei und wollten das Ganze melden, als ein Mann mit einem Buben an der Hand angerannt kam."

Wie sich später rausstellte, handelte es sich um den Lebensgefährten der Mutter (26) der 2-Jährigen. Er schien aufgelöst, offenbar hatte man jetzt bemerkt, dass die Kleine ausgebüxt war. Die Erleichterung die Kleine wohlbehalten anzutreffen, war natürlich groß.   

Eltern angezeigt

Wie die 2-Jährige so unbemerkt abhauen konnte, hätte sich der Mann selbst nicht erklären können. Laut Polizei gab die Mutter des Mäderl an, sie wäre in der Küche gewesen, war davon ausgegangen, dass sie zu ihrem Partner ins Wohnzimmer gegangen sei. Dieser wiederum war der Meinung das Kind wäre zu der 26-Jährigen in die Küche marschiert.

Als die herbeigerufene Polizei eintraf, war das Mäderl bereits an die Eltern übergeben worden. Die Eltern werden bei der BH Linz-Land angezeigt.

"Es war ein Riesen-Glück, dass der Kleinen nichts passiert ist. Das Ganze hätte auf der stark befahrenen Straße auch anders ausgehen können. Noch dazu wo die Krems in unmittelbarer Nähe ist", zeigt sich Baumgartner erleichtert.

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KinderFamilieKematen an der Krems

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