2 tote Kids in Radanhänger: Mutter erhielt Diversion

Schwerer Gang für eine 39-Jährige und auch einen 60-Jährigen in Korneuburg: Bei einem Unfall zwischen Auto und Rad (samt Anhänger) starben Anfang August zwei Kinder.
Sowohl die leidgeprüfte Mutter (39) als auch der Unfalllenker (60) mussten am Montag am Landesgericht Korneuburg auf die Anklagebank. Die 39-Jährige wegen fahrlässiger Tötung, der 60-Jährige wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung.

3 Regelverstöße der Mutter

Rückblick: Am späten Abend des 4. August war die 39-Jährige mit ihrem E-Roller (Anm.: gilt als Elektrofahrrad) auf der B19 bei Hausleiten (Korneuburg) unterwegs. Im angekoppelten Radanhänger saßen die vierjährige und knapp zweijährige Tochter sowie zwei Chihuahuas. Beide Kinder hatten keinen Helm auf, der Radanhänger soll unzureichend beleuchtet gewesen sein und die zwingend nötige 1,5 Meter-Fahne fehlte obendrein.

Gegen 20.50 Uhr übersah der 60-jährige Autolenker das Gefährt, fuhr auf den Anhänger auf, der Anhänger wurde rund 15 Meter weit in einen Acker geschleudert. Das jüngere Mäderl und die beiden Vierbeiner waren sofort tot, die Vierjährige erlag im SMZ Ost-Spital ihren schweren Verletzungen ("Heute" berichtete). Die Mutter erlitt leichte Blessuren.

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Vor Gericht kamen die drei Regelverstöße der Mutter (kein Helm, mangelnde Beleuchtung und keine 1,5 Meter hohe, biegsame Fahnenstange mit leuchtfarbenem Wimpel) zur Sprache. Die leidgeprüfte Mutter zeigte sich zu den Vorwürfen geständig und somit schuldig.

Der Lenker meinte indes beim Prozess: "Der Unfall war unvermeidbar, das hätte jedem passieren können. Der Radanhänger tauchte wie aus dem Nichts auf, ich habe einen Schatten wahrgenommen und es krachte."

Zeugen entlasten Mutter

Einige Zeugen entlasteten jedoch die Mutter: Sie hätten den Radänhänger sehr wohl gesehen, der Anhänger war auch beleuchtet, eventuell unzureichend. Von den Vorwürfen gegen die 39-Jährige blieb definitiv nur hängen: Beide Kinder hatten keinen Helm.

Doch der Lenker blieb stur, meinte er habe gar nichts gesehen, fahre seit Jahren unfallfrei. Richter Dietmar Nußbaumer wurde langsam ungeduldig: "Sie müssen auf Sicht fahren", meinte der Richter in Richtung des sturen Österreichers mit türkischen Wurzeln. Doch der 60-Jährige war sich bis zum Ende des Prozesses keiner Schuld bewusst.

Die Urteile lauten: 200 Sozialstunden für die Mutter im Rahmen einer Diversion und 28.000 Euro teilbedingte Geldstrafe für den 60-jährigen Autolenker (davon 21.000 Euro unbedingt). Die Staatsanwaltschaft meldete gegen das Urteil für den Lenker Berufung an - somit ist es nicht rechtskräftig.

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