Fussball

Debakel? "Du musst mehr Herz reinkriegen"

Rapid-Goalie Tobias Knoflach ist nach der Rekord-Pleite gegen die Bullen bedient. Er nimmt seine Kollegen nach dem 2:7 in die Pflicht.
Sebastian Klein
24.06.2020, 22:55

Salzburg blamierte Rapid! Die Bullen fügten den Hütteldorfern am Mittwoch im Allianz Stadion die höchste Bundesliga-Niederlage der Vereinsgeschichte zu. Seit der Liga-Gründung hatte Rapid zuvor nie sieben Gegentore kassiert.

Wie konnte das Heimspiel nach der frühen Führung derart kippen? Tobias Knoflach bewies direkt nach der Niederlage Mut und stellte sich als erster seines Teams den Fragen von Sky. Der Goalie war sichtlich niedergeschlagen: "Mir fehlen die Worte, ehrlich gesagt."

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Er sollte sich doch noch Worte finden, sehr deutliche sogar. Seine Botschaft an das ganze Team und die Fans: "Daheim darfst du nicht so auftreten. Du musst mehr Herz reinkriegen. Dann muss man einmal einen weghauen. Nicht verletzen natürlich, aber ein Zeichen setzen."

Haben die Zwischenrufe von der Seitenlinie zur Verunsicherung beigetragen? "Es muss uns scheißegal sein. Wenn Zuschauer da sind und reinschreien, können wir auch nicht zum Spielen aufhören."

Erklärung: Chefcoach Didi Kühbauer und sein Trainerteam schäumten nach einer Schiedsrichter-Fehlentscheidung vor dem 1:1 der Bullen (klar Abseits). Der anschließenden 2:1-Führung ging ein Zweikampf voraus, bei dem Filip Stojkovic zu Boden ging. Die Rapid-Betreuerbank wollte ein klares Foul erkannt haben. Ersatzspieler Taxiarchis Fountas äußerte seinen Unmut mit lauten Schreien, wurde mit seiner fünften Gelben im laufenden Bewerb und damit einer Sperre im nächsten Spiel gegen Salzburg gesperrt.

Die Abseitsposition von Patson Daka wurde nicht geahndet.
Screenshot

Kühbauer bleibt betont ruhig

Der Trainer war sichtlich bemüht, nach der historischen Niederlage Ruhe auszustrahlen. Unruhig wurde Kühbauer beim Interview, rund eine Viertelstunde nach Spielende, nur einmal. Als er auf die mögliche Verunsicherung in der Mannschaft nach den Beschwerden über das 1:1 und 1:2 angesprochen wurde. "Ich verstehe die Frage nicht. Das ist sicher nicht der Grund für die Gegentore."

Seine Erklärung für die Niederlage: "Sie haben einfach eine wahnisnnige Qualität. Das muss man neidlos anerkennen. Dass wir das 1:0 so aus der Hand geben, ist bitter. Wir müssen aber die ruhenden Bälle einfach besser verteidigen, das müssen wir uns selbst ankreiden." Über das Abseits vor dem 1:1 wollte Kühbauer im Interview nicht mehr sprechen, vielmehr auf die bevorstehenden drei Bundesliga-Runden blicken. "Wir können das wieder gutmachen."

Trainer Didi Kühbauer verzichtete nach der Rekordpleite auf harte Kritik an seiner Mannschaft.
Gepa

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