Im Prozess um den tödlichen Bombenanschlag auf einen bekannten russischen Militärblogger hat ein Gericht in St. Petersburg eine junge Frau zu 27 Jahren Strafkolonie verurteilt. Darja Trepowa sei unter anderem des Terrorismus für schuldig befunden worden, erklärte das Gericht am Donnerstag. Die Staatsanwaltschaft hatte der 26-jährigen Frau vorgeworfen, im Auftrag Kiews dem Blogger Wladlen Tatarski im April vergangenen Jahres in einem Café in St. Petersburg eine mit einem Sprengsatz präparierte Statue übergeben zu haben. Der Gegenstand war Minuten später explodiert. Durch die Explosion wurde Tatarski getötet, zudem wurden mehr als 30 Anwesende verletzt.
Indes gibt es eindringliche Warnungen. Nach den russischen Raketenangriffen auf mehrere ukrainische Städte ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 18 gestiegen. Die Zahl könne noch weiter zunehmen, erklärte Präsident Wolodimir Selenski am Dienstag in seiner abendlichen Videobotschaft im Onlinedienst Telegram. 130 Menschen wurden demnach verletzt. Das ukrainische Militär hatte zuvor von mindestens acht Toten und fast 80 Verletzten gesprochen.
Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba sagt im Interview mit der "Bild", dass der Angriff deutlich aufzeigt, dass die Ukraine noch mehr Flugabwehr-Systeme braucht. Laut seinen Aussagen fehle es auch an Artilleriemunition. "Die unzureichende Menge an Artilleriemunition war von Anfang an ein Problem", so Kuleba.
Russland sei in Sachen Artilleriemunition der Ukraine deutlich überlegen. Auch weil die russische Armee Vorräte aus Nordkorea bekomme. Es sei der beste Weg, der Ukraine alles zur Verfügung zu stellen, was das Land benötige, um Russland zu besiegen und die ukrainischen Gebiete zu befreien. Dann sagt Kuleba auf die hypothetische Frage eines Bild-Journalisten, ob Putin einen Angriff auf Deutschland plane: "Russland wird einen Nato-Staat angreifen. Wenn sich Russland in der Ukraine durchsetzt, wird sich der nächste Schritt gegen die Nato richten."