Die Tage des 2G-Mobilfunknetzes sind gezählt. Nach Telekom und Vodafone hat nun auch O2 (Telefonica) ein konkretes Datum genannt: In der zweiten Jahreshälfte 2028 soll das GSM-Netz endgültig abgeschaltet werden.
"Für die meisten Verbraucher ändert sich nichts und sie können dem 2G-Ende in der Regel gelassen entgegensehen", erklärte O2-Manager Mallik Rao. Wer ein Smartphone mit 4G oder 5G nutzt, ist ohnehin nicht betroffen.
Als der Mobilfunk-Standard eingeführt wurde, war Helmut Kohl noch Bundeskanzler, wie heise.de berichtet. Jetzt ist die Technik über 30 Jahre alt - und die Ersatzteilbeschaffung wird zunehmend schwierig.
Problematisch wird es nur für Besitzer von uralten Handys aus den Nullerjahren, die kein 4G oder 5G unterstützen. Diese müssen sich bis 2028 ein neues Gerät zulegen.
Auch sogenannte IoT-Geräte (Internet of Things) wie Alarmanlagen, Feuermelder oder Sensoren in Logistikhallen laufen oft noch über 2G. "Wer heute noch 2G in Geräten oder Anlagen nutzt, sollte die Umstellung jetzt starten", so Rao. "Frühes Handeln senkt das Risiko von Ausfällen."
Die Abschaltung hat auch einen positiven Nebeneffekt: Durch das Freiwerden der 2G-Frequenzen steigt die verfügbare Bandbreite für LTE und 5G. Vodafone-Technikchef Fabrizio Rocchio spricht von einem "Kapazitätsgewinn von rund zehn Prozent".
Vodafone geht einen Sonderweg und lässt einen Teil des 2G-Spektrums für Industriekunden bis 2030 bestehen. Die Telekom schaltet ihr GSM-Netz bereits zum 30. Juni 2028 ab.