3 Gründe, "The Goop Lab"eine Chance zu geben

Vagina-Duftkerzen und Treatments mit Bienenstichen: Gwyneth Paltrow polarisiert mit ihrem Millionenbusiness Goop. Ihr neuster Coup: "The Goop Lab".
Die einen lieben, die anderen hassen sie: Gwyneth Paltrow. Natürlich, die Schauspielerin hat schon Hot Guys wie Brad Pitt gedatet, einen Oscar für "Shakespeare in Love" gewonnen und scheint seit je ein perfektes Leben zu führen. Dann hat sie 2008 auch noch die Wellness-Website Goop inklusive Onlineshop gegründet, deren Wert mittlerweile auf etwa 250 Millionen US-Dollar geschätzt wird. Unfair? Maybe. Vielleicht aber auch nicht.

Denn eines ist klar: Gwynnie oder GP, wie sie sich inzwischen nennt, hat die Nase in Sachen Zeitgeist ganz weit vorn. Selbst wenn manche von ihr gehypte Treatments wie Bienenstiche für eine makellose Haut oder Jade-Eier zur Ausbalancierung des Hormonspiegels durchaus umstritten sind, nimmt man ihr die Mission für Self Empowerment tatsächlich ab.

Abgesichert gegen mögliche Klagen



CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Zumindest nach dem Streamen von "The Goop Lab" auf Netflix, einer sechsteiligen Serie, in der ihr Team alternative Antistress- und Heilmethoden wie Kältetherapie oder psychodelische Pilze testet – und erfährt, wie Frau so richtig zum Orgasmus kommt. Abgesichert gegen mögliche Klagen hat sich GP übrigens auch: Denn vor jeder Folge erscheint folgender Disclaimer: "Diese Serie ersetzt keine fachliche Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen immer Ihren Arzt".

Ins "Goop Lab" reinschauen lohnt sich – aus diesen drei Gründen:

Die dritte Folge von "The Goop Lab" heisst "Das Vergnügen ist ganz meinerseits" und befasst sich ausführlich mit der weiblichen Lust. Spannend: Gwyneth Paltrow spricht hierfür mit der 90-jährigen Sexualaufklärerin Betty Dodson, die GP gleich mal klar macht, was der Unterschied zwischen der Vagina und der Vulva ist. Oder, dass mit der Klitoris nicht nur der Kitzler gemeint ist. Vielmehr handelt es sich bei der Klitoris um ein relativ großes, innen liegendes Geschlechtsorgan mit bis zu 8.000 Nervenendungen – das seien gemäß Dodson mehr als bei einem Penis. Zudem räumt diese Folge mit der (insbesondere durch Pornos geförderte) Annahme auf, dass mit uns Frauen etwas nicht stimmt, wenn wir durch schlichte Penetration nicht kommen können. Absoluter Wow-Moment: Bettys Assistentin Carlin Ross zeigt ihre Vulva in Nahaufnahme und lässt sich dabei filmen, wie sie sich selbst zu einem Orgasmus bringt.

Burnout, Depressionen, Angststörungen

Ob Burnout, Depression, Angststörungen, Schlafparalyse oder posttraumatischer Stress: Hört man bei "The Goop Lab" zu, könnte man glauben, dass für Gwyneth Paltrow nur Irre arbeiten. Aber eben: Man könnte! Denn wie uns selbst ist auch GP klar, dass dieses Vorurteil vor allem mit den immer noch bestehenden Stigmata zu tun hat. Auch heute noch fällt es den wenigsten leicht, seine Freunde – oder noch schlimmer: die Arbeitskollegen – darüber zu informieren, wenn bei einem selbst eine psychische Krankheit diagnostiziert wurde. Denn in unserer Gesellschaft werden seelische Erkrankungen oftmals noch immer mit Schwäche gleichgesetzt. Sendungsformate wie "The Goop Lab" sprechen diese Themen aber deutlich an und machen Mut. Selbst wenn Heilmethoden wie psychodelische Pilze (Folge 1) eine Psychotherapie nicht ersetzen mögen, regt GP mit sämtlichen auf Netflix gezeigten Ansätzen zum Nachdenken an. Und insbesondere dazu, uns nicht mehr dafür zu schämen, wenn es uns nicht gut geht.

Zugegeben, das mit der kalten Dusche haben wir schon öfters gehört. Und auch die in der zweiten Folge gefeaturete Wim-Hof-Methode – eine Kombination aus einer speziellen Atemtechnik und Kälte, welche das Immunsystem stärken soll – ist nichts Brandneues. Trotzdem ist es eindrücklich, mitzuverfolgen, wie die Goop-Mitarbeiterinnen zusammen mit Wim Hof himself halbnackt bei Minusgraden am Lake Tahoe draußen Yoga machen. Und später ins eiskalte Wasser springen. Besonders spannend: Eine der Goop-Mitarbeiterinnen, die Executive Editor Kate Wolfson, leidet an einer Angststörung. Und seit ihrem Erlebnis bei dem Holländer Wim habe sie keine weitere Panikattacke erlebt.

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