3 unverheiratete Paare von Polizei ausgepeitscht

Weil sie unverheiratet zusammengelebt haben, sind im von Islamisten beherrschten Nordwesten Malis drei Paare mit insgesamt 600 Peitschenhieben bestraft worden.

Augenzeugen berichteten am Donnerstag übereinstimmend, dass die Auspeitschung in aller Öffentlichkeit auf einem Platz in Timbuktu erfolgte. "Die islamistische Polizei hat in der vergangenen Woche drei unverheiratete Paare festgenommen", berichtete einer der Augenzeugen. "Und heute hat jeder der sechs Festgenommenen hundert Peitschenhiebe bekommen." Die Strafe sei im Namen der Scharia verhängt worden.

Unzufriedene Soldaten hatten im westafrikanischen Mali Ende März die Regierung gestürzt. Tuareg-Rebellen brachten in dem anschließenden Machtvakuum innerhalb weniger Tage gemeinsam mit Islamisten den gesamten Norden und weite Teile des Nordwestens unter ihre Kontrolle. Inzwischen vertrieben die Islamisten die Tuareg-Rebellen jedoch aus den wichtigsten Städten und riefen die Scharia aus. Unter Verweis auf die Scharia verhängen sie immer wieder drakonische Strafmaßnahmen. Timbuktu wird von den islamistischen Gruppen Ansar Dine und Al-Kaida im islamischen Maghreb kontrolliert.

APA/red.

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