30 Minuten fehlten bis zur kompletten Zerstörung

Am dritten Tag nach dem Brand in der Kathedrale wird das Ausmaß der Verwüstung durch Drohnen-Bilder deutlich. Es hätte nicht viel gefehlt und Notre-Dame wäre völlig zerstört worden.

Hätte Notre-Dame nur "15 bis 30 Minuten" länger gebrannt, dann wäre die Kathedrale vollkommen zerstört gewesen, erklärte Laurent Nunez, Staatssekretär im französischen Innenministerium.

Wie knapp man vor der Katastrophe stand, wird deutlich, wenn man Luftaufnahmen betrachtet, die von der russischen Drohnen-Pilotin Lana Sator gemacht worden sind. Klaffende Löcher im Dach des Längs- und des Querschiffs und dort, wo der Vierungsturm gestanden hat, umringt von einem Baugerüst für die Restaurationsarbeiten.

Die beginnen nun quasi von neuem, wofür immer mehr Spenden in Millionenhöhe von Unternehmen eintrudeln. Doch

diese Generosität stößt in Frankreich nicht nur auf Dankbarkeit, sondern auch auf harsche Kritik seitens der Gewerkschaften und der Gelbwesten-Bewegung.

Zusammen kämpfen sie seit Monaten gegen die aus ihrer Sicht abgehobene Elite rund um Präsident Emmanuel Macron und fordern mehr soziale Gerechtigkeit. Sie empfinden es als Schlag ins Gesicht, dass Superreiche und ihre Konzerne innerhalb nur eines Tages eine Milliarde Euro für den Wiederaufbau eines Gebäudes zur Verfügung stellen (alleine 200 Mio. Euro von Louis Vuitton und 100 Mio. Euro von L'Oréal), aber nicht für die Bevölkerung.

Wenn sie dazu "in der Lage sind, sollen sie aufhören, uns zu erzählen, dass es kein Geld für die soziale Notlage gibt", sagte Philippe Martinez, Anführer der Industriegewerkschaft CGT.

Denn für Spenden gibt es in Frankreich bis zu 66 Prozent Steuerabzug – dieses Geld würde dann der Staatskasse fehlen. Als Reaktion darauf kündigte der Konzern Kering (u.a. Gucci, Saint Laurent) an, man werde bei seiner Spende von 100 Mio. Euro auf den zustehenden Steuernachlass verzichten.

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