319 Tb/s – neuer Weltrekord bei Internet-Tempo

Diese Geschwindigkeit stellt alles Bisherige in den Schatten: Japanische Forscher haben über Glasfaser Daten mit 319 Tb/s übertragen.

Darum gehts

319 Tb/s – so schnell wurden bisher noch niemals Daten übertragen.

Forschende aus Japan haben diesen neuen Temporekord aufgestellt.

Mit einer neuen Methode gelang es, die Daten so schnell zu senden.

Wenn man in Österreich von schnellem Internet spricht, meint man 1 oder maximal 10 Gigabit pro Sekunde. Streaming in 4K oder große Videofiles auf YouTube hochladen geht damit schon ziemlich flott. Was Forscher und Forscherinnen in Japan nun allerdings gezeigt haben, übertrifft die aktuellen Geschwindigkeiten um ein Vielfaches.

Nach ihren eigenen Angaben haben sie einen neuen Weltrekord bei der Internetgeschwindigkeit aufgestellt. Sie konnten Daten über eine Strecke von 3.001 Kilometern mit einem Tempo von 319 Terabit pro Sekunde übertragen. Damit wurde der bisherige Rekord von 178 Tb/s fast verdoppelt.

511-mal Wikipedia.com

Um den Wert von 319 Tb/s in ein Größenverhältnis zu stellen, muss man ihn durch acht teilen. So erhält man 39,88 Terabyte (TB), sprich 39.880 Gigabyte pro Sekunde. Alle englischsprachigen Artikel auf Wikipedia.com, 6.340.153 an der Zahl, sind zusammen 78 Gigabyte groß. Pro Sekunde könnten mit der neuen Technologie so 511-mal alle Texte der Online-Enzyklopädie übertragen werden.

Als Vergleichswert gelte oft auch das Produkt aus Datenrate und Entfernung, heißt es in einer Mitteilung des National Institute of Information and Communications Technology (NICT). Im Test erreichten die Forschenden mit der neuen Methode so 957 Petabit pro Sekunde x km. Ein Petabit pro Sekunde entspreche zehn Millionen Übertragungen in 8K-Auflösung.

So kam es zum Temporekord

Doch wie ist es den Forschenden überhaupt gelungen, die Daten mit einem so hohen Tempo zu übertragen? Sie nutzten einerseits ein Kabel mit vier statt nur einem Glaskernen. Zudem wurden die Daten mit einer Technologie namens Wavelength Division Multiplexing (WDM) übertragen. Dabei wird das Signal von einem Laser in 552 Kanäle aufgespalten und dann über die vier Glasfaserkerne verschickt. Zusätzlich wurde das Signal nochmals optisch verstärkt.

Entscheidend ist laut Heise.de, dass das Vierkernkabel den gleichen Durchmesser, wie ein herkömmliches Kabel mit einer Faser hat. So könnte die neue Technologie in Zukunft genutzt werden, ohne die bestehende Infrastruktur grundlegend anzupassen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hoffen nun, dass ihre Methode dabei helfen wird, den in den kommenden Jahren zu erwartenden Anstieg an Daten im Internet zu bewältigen.

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