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34 Stunden Wiederholungen: dafür sollen alle GIS zahlen

Wer ORF streamt, muss künftig GIS zahlen. Die Aufregung ist groß, noch dazu, wenn man einen Blick auf das aktuelle TV-Programm wirft.

Jochen Dobnik
Ein Tag, zwei Sender, über 34 Stunden Wiederholungen. Klar, dass sich viele ORF-Zuschauer fragen: Wozu GIS zahlen?
Ein Tag, zwei Sender, über 34 Stunden Wiederholungen. Klar, dass sich viele ORF-Zuschauer fragen: Wozu GIS zahlen?
picturedesk.com / heute.at

Sommerzeit ist Zeit der Wiederholungen! Egal ob "Tatort", "Willkommen Österreich" oder "Soko Donau" – wer auf frisches Programm hofft, muss sich in den meisten Fällen bis September gedulden. Laut einer "Heute"-Auswertung schläfert der ORF seine Zuschauer allein am heutigen Dienstag (19. Juli) auf seinen wichtigsten Kanälen ORF1 und 2 mit knapp 34,5 Stunden Wiederholungen ein. Verständlich, dass angesichts dieser Zahlen der Unmut über eine mögliche Ausweitung der GIS-Gebühren wächst.

Am Montag hat der Verfassungsgerichtshof entschieden, dass es verfassungswidrig ist, dass TV- und Radio-Nutzer Rundfunkgebühren zahlen müssen, Internet-Streamer aber nicht. Damit bleiben bis spätestens 1. Jänner 2024 zwei Möglichkeiten. Entweder – und das ist mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht geplant – werden die Rundfunkgebühren auch für Radio und TV abgeschafft, oder – und darauf läuft es vermutlich hinaus – der ORF verlangt auch für das Internet-Streaming GIS-Gebühren. Doch wofür?

Ein Blick auf das TV-Programm gießt jenen, die für eine Abschaffung der GIS-Gebühren sind, Öl ins Feuer. Allein auf ORF 1 laufen zwischen 6 Uhr morgens und 18 Uhr fast ausschließlich Wiederholungen. Dabei wird der zigste Aufguss der US-Serien "Scrubs", "Gilmore Girls" oder "Big Bang Theory" nur kurz von aktuellen "ZiB"-Flashes unterbrochen. Auf ORF 2 sieht es nicht viel anders aus. Um 14 Uhr wirbt man sogar mit: "Andi & Alex Evergreens: Die schönsten Sommerfolgen da capo".

Ein ORF-Programm aus der Konserve

Ein ebensolches erleben die ORF-Zuschauer auch im Hauptabendprogramm. Zuerst holt man am Küniglberg die bereits 2018 gezeigte 14. Staffel der SOKO Donau aus dem Archiv. Im Anschluss ermittelt dann die SOKO Kitzbühel – erneut in einem Fall aus dem Jahr 2016. Das Ergebnis einer "Heute"-Auswertung nach 24 Stunden (je ORF1 und ORF2, von 6 Uhr bis 6 Uhr am Folgetag) ist ernüchternd: Nur knapp 13,5 Stunden ORF-Programm sind "neu" – 34,5 Stunden lang laufen Wiederholungen! Als "Zuckerl" gibt es für Gebührenzahler zumindest das Angebot von Ö1 und den anderen Radiosendern obendrauf.

Im letzten Jahr feierte <strong>Stefan Jürgens</strong> (links) seinen Abschied von der "Soko Donau": Dank ORF-Sommerprogramm gibt's heute ein Wiedersehen.
Im letzten Jahr feierte Stefan Jürgens (links) seinen Abschied von der "Soko Donau": Dank ORF-Sommerprogramm gibt's heute ein Wiedersehen.
ORF

Im Netz entlädt sich inzwischen die GIS-Wut auf die ORF-Mitarbeiter. Wie berichtet, wurde "ZiB 2"-Moderator Martin Thür auf auf Twitter massiv angefeindet. Dieser kontert: "Addendum: Ich habe das ORF-Gesetz und seine Regelungen nicht geschrieben, es hilft nix wenn Sie mich beschimpfen. Sie können dies aber gerne weiter tun, ein Ventil ist wichtig. Real muss jetzt der Gesetzgeber bis Ende nächsten Jahres eine neue Lösung finden." Man darf gespannt sein, welche es sein wird.

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