353 von 870 abgemeldeten Kindern wieder in der Schule

Sechs Wochen nach Schulstart sind nun 353 zuerst abgemeldete Kinder nun wieder in den Klassen zurück.
Sechs Wochen nach Schulstart sind nun 353 zuerst abgemeldete Kinder nun wieder in den Klassen zurück.Christoph Soeder / dpa / picturedesk.com
Corona sorgte zum heurigen Schulstart für eine Abmeldungswelle, 870 Kinder blieben alleine in Wien daheim. Ein Drittel kehrte inzwischen zurück.

Wegen der verpflichtenden Tests, der Vermittlung der positiven Seiten der Impfung durch die Lehrer, aus Angst vor Corona oder aber auch aus anderen Gründen: Alleine in Wien wurden zum Schulstart im Herbst 870 Kinder zwischen 6 und 15 Jahren vom Schulunterricht abgemeldet. Das ist mehr als doppelt so viele, wie in einem durchschnittlichen Herbst.

Eltern unterschätzten Home-Schooling

Bis Mittwoch kehrten 353 dieser abgemeldeten Kinder und Jugendliche wieder an ihre Schulen zurück, bestätigt ein Sprecher von Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) einen Bericht der "Krone". Das hat zwei Gründe: Zum einen dürfte viele Eltern den Aufwand von Heimunterricht schlicht und ergreifend unterschätzt haben. Zum zweiten wurden von Seiten der Wiener Bildungsdirektion das Gespräch mit jenen Eltern gesucht, die ihre Kinder vom Schulbesuch abgemeldet hatten. "Es ist eine Mischung aus Beratung, Service aber auch strenger Kontrolle“, erklärt BIldungsdirektor Heinrich Himmer. Auch würden Schulpsychologen jede einzelne Familie durchrufen.

Fragebogen soll Gründe für Abmeldung klären

Warum genau heuer so viele Eltern ihre Kinder zu Hause unterrichten wollten bzw. das weiterhin tun wollen, wird derzeit erhoben. "Wir haben allen 517 Familien einen anonymisierten Fragebogen zugeschickt, wo wir die Gründe für die Schulabmeldungen vertiefend erfragen", heißt es von Wiederkehr. Bis Ende Oktober kann dieser von den Eltern noch retourniert werden.

Vizebürgermeister und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) zu "Heute": "Die hohe Anzahl der vom Unterricht abgemeldeten Schülerinnen und Schüler haben wir zum Anlass genommen, mit den betroffenen Eltern eingehende Gespräche zu führen und Aufklärungsarbeit zu machen, was es tatsächlich heißt, Kinder von der Schule abzumelden. Die Schule ist nicht nur Lernort, sie ist auch für das soziale Gefüge der Schülerinnen und Schüler unersetzlich. Gerade während der Pandemie haben wir gesehen, dass Kinder und Jugendliche besonders unter Distance Learning gelitten haben. Es freut mich daher sehr, dass wir die Zahl der abgemeldeten Kinder und Jugendlichen in den Wiener Schulen deutlich senken konnten. Es finden auch weiterhin noch Gespräche statt und ich hoffe, dass weitere Eltern von der Sinnhaftigkeit der aktiven Teilhabe ihrer Kinder am Schulalltag überzeugt werden können."

Situation in den anderen Bundesländern

In Oberösterreich mit mehr als 1300 Abmeldungen wurden mittlerweile wieder 69 Kinder angemeldet, in Niederösterreich mit mehr als 2000 Abmeldungen kamen 67 zurück. Anders dagegen in der Steiermark, wo mit rund 1100 Kinder ebenfalls viele Abmeldungen zum häuslichen Unterricht verzeichnet wurden: Hier lag die Zahl der Rückkehrer nur im „niederen einstelligen Bereich“, hieß es aus der Bildungsdirektion zur "Krone".

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