Welser (37) verstorben: "Corona hat ihn umgebracht"

Der 37-jährige Markus Löffler starb an Corona.
Der 37-jährige Markus Löffler starb an Corona.Die Monatliche
Der Welser Markus Löffler gilt als jüngster Corona-Toter in OÖ. Seine Schwester warnt davor, das Virus zu verharmlosen. 

"Er  hatte gewisse Vorerkrankungen, hat jedoch jede Grippe überstanden. Covid-19 hat ihn umgebracht", sagt Barbara B., die Schwester des Verstorbenen Markus Löffler. Anfang der Vorwoche klagte der 37-Jährige über Unwohlsein, fühlte sich kränklich, hatte Halsweh und hustete. Nachdem sich sein Zustand zunehmends verschlimmerte, wurde Löffler am Freitag ins Welser Klinikum eingeliefert. 

Im Spital wurde der 37-Jährige dann positiv auf Corona getestet. "Die Nacht von Freitag auf Samstag war schlimm. Wenn er gehustet hat, bekam er keine Luft. Ihm wurde geraten, ganz ruhig im Bett liegen zu bleiben, denn jede Bewegung bedeutete Anstrengung. Und die wiederum kann erneut Husten auslösen", erzählt Christoph Brückl, Herausgeber von "Die Monatliche" und Arbeitgeber von Markus Löffler.

Patient schien noch am Weg der Besserung zu sein

Am Samstag lag der Welser bereits auf der Intensivstation. Brückl war bis einen Tag vor seinem Tod mit ihm in Kontakt. "Zuletzt erzählte er, dass es ihm sogar etwas besser ginge, war wie alle zuversichtlich, dass es wieder bergauf geht. Montag um drei Uhr früh hat mich dann seine Schwester angerufen, mir davon berichtet, dass er gestorben ist. Dabei hatte ich gesehen, dass er Stunden zuvor noch online war", so Brückl über seinen langjährigen Redakteur.

Die Ärzte sollen noch versucht haben, den 37-Jährigen wiederzubeleben, doch vergebens. Nur zwei Tage nach seiner Einlieferung verstarb Löffler im Spital. "Mein Bruder ist nicht mit Covid-19 gestorben, sondern wegen einer durch das Virus ausgebrochenen schweren Lungenentzündung" sagt die Schwester des Verstorbenen, die selbst lungenkrank ist. Dabei hätte Löffler vor seiner akuten Erkrankung nie bekanntlich Probleme mit der Lunge gehabt. "Markus war übergewichtig, hatte seit Jahren Wasser in den Füßen, er war aber alles andere als ein Risikopatient", so der Herausgeber gegenüber "Heute".

"Man kann zu den Maßnahmen stehen wie man will, Covid-Kranke und das Virus ins Lächerliche zu ziehen, ist unerträglich."

Zu all dem Schmerz über den Verlust des Bruders kommt bei Barbara B. auch der Ärger. Noch am Samstag postete Markus ein Foto mit Beatmungsmaske, erklärte Corona quasi den Kampf. Die Kommentare, die darauf folgten, waren teilweise erschütternd. So empfahl man ihm scherzhaft, mit Salzwasser zu gurgeln, um wieder gesund zu werden. "Man kann zu den Maßnahmen stehen wie man will, Covid-Kranke und das Virus jedoch ins Lächerliche zu ziehen, ist unerträglich", so B. darauf.  

"Auch ich habe das Gefühl, dass die Leute nicht wahrhaben wollen, wie gefährlich das Virus sein kann und gerne die Situation verharmlosen wollen. Ich wurde zum Teil schon gefragt, ob er Raucher war. Er hat vor Jahren aufgehört. Aber ganz ehrlich, selbst wenn er noch geraucht hätte, ist man dann automatisch Risikopatient und gilt das dann schon als Vorerkrankung?", fragt sich Brückl. 

Markus Löffler war Redakteur bei "Die Monatliche" und arbeitete in Wels als Türsteher vor Diskotheken. Neben seiner Schwester hinterlässt er seine betagte Mutter. Er wird im engsten Familienkreis bestattet.  

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