"Totalausfall": Handel zieht nach 1. Öffnungswoche Bilanz

Shopping in der Wiener City (Archivfoto)
Shopping in der Wiener City (Archivfoto)Martin Juen / SEPA.Media / picturedesk.com
Bilanz der 1. Einkaufswoche nach dem Lockdown: Frostige Temperaturen lassen vielerorts Kassen klingen. Aber: Totalausfälle in Tourismusregionen.

Seit Montag dürfen wieder alle Geschäfte und Dienstleister Kunden empfangen. Am Ende dieser ersten Woche nach dem Lockdown zieht der Handelsverband eine grundsätzlich positive Bilanz. Man sei "mit der Umsatzentwicklung zufrieden", heißt es in einer Aussendung am Samstag. 

"Die stärksten Tage in dieser Woche waren der Montag und insbesondere der heutige Samstag, aber auch an den anderen Tagen haben viele Händler höhere oder zumindest ähnliche Umsätze erwirtschaftet wie im Vorjahr". "Vereinzelt" sei es zu am Samstag zu Schlangenbildung vor den Geschäften gekommen, "grundsätzlich verteilten sich die Kundenströme aber sehr gut."

Gastro und Hotels fehlen Handel

Generell seien die Kundenfrequenzen in den letzten Tagen tendenziell am Nachmittag angestiegen, auch am heutigen Samstag hat der Kundenandrang mit Fortdauer des Tages zugelegt. Einige Händler insbesondere in den Bereichen Bekleidung, Schuhe, Elektro und Möbel hätten diese Woche doppelt so hohe Umsätze wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres verzeichnet. Moderate Zuwächse habe es auch im Sportartikel- und Buchhandel sowie bei den Baumärkten gegeben.

Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will in seinem Büro in Wien. Archivbild
Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will in seinem Büro in Wien. ArchivbildJeff Mangione / KURIER / picturedesk.com

Anders gestalte sich die Situation in den Tourismusregionen in Tirol, Vorarlberg und Salzburg, die stark vom Wintertourismus abhängig sind: Gastronomie und Hotellerie würden dem Handel als Frequenzbringer weiterhin sehr fehlen. In den heimischen Tourismus-Hochburgen lagen die Umsatzausfälle der Betriebe etwa im Sporthandel diese Woche teilweise bei über 95 Prozent, da sowohl einheimische als auch Gäste aus dem Ausland fehlen.

"Die Zeit drängt"

Wie nachhaltig der Aufschwung im stationären Handel tatsächlich ist, werde sich allerdings erst in den kommenden Wochen zeigen. Aktuell sind vielerorts Einmaleffekte aufgrund des Umtausches von Weihnachtsgeschenken, der Rücknahme von Produkten oder der Einlösung von Gutscheinen zu verzeichnen.

Viele Handelsbetriebe, etwa der gesamte Lebensmittelgroßhandel, mit der Schließung der Gastro ihre wichtigsten Kunden verloren und verzeichnen zum Teil gravierende Umsatzeinbrüche. "Die Zeit drängt, immerhin warten diese indirekt vom Lockdown betroffenen Betriebe seit Monaten auf die entsprechende Richtlinie und somit auch auf die Auszahlung der Corona-Hilfen", beklagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Existenzbedrohend

"Dringender Handlungsbedarf besteht aber auch für die Geschäfte in den Tourismusregionen, wo es nur wenige einheimische Stammkunden gibt. Den betroffenen Händlern fehlen jetzt aufgrund der Covid-Situation sowohl die inländischen als auch ausländischen Gäste. Das kommt einem Quasi-Lockdown gleich."

Angesichts der nach wie vor existenzbedrohenden ökonomischen Lage vieler Betriebe hofft der österreichische Handel auf eine dauerhafte Öffnung, denn "einen vierten harten Lockdown würden viele Unternehmen wirtschaftlich nicht überstehen".

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