Voller Schutz durch 4. Stich hält nicht ganzen Winter

Heuer geht es für viele bereits zur 4. Corona-Impfung.
Heuer geht es für viele bereits zur 4. Corona-Impfung.Unsplash
Bis Ende September soll die zweite Booster-Welle abgeschlossen sein. Bei den erwarteten heftigen Wellen im Jänner schützt er aber nur eingeschränkt.

"Impfen, impfen, impfen" – lautete das Motto der türkis-grünen Bundesregierung über Monate hinweg. Jetzt wurde aus den vielen Aufrufen eine Pflicht. Wer nicht geimpft ist, begeht eine Verwaltungsübertretung und muss spätestens ab 15. März blechen – so zumindest der Plan von Kanzler Karl Nehammer und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein.

Das trifft auch alle, die bereits dreifach geimpft und somit nach aktueller Lage als vollständig immunisiert gelten. Der Grüne Pass wird zwar eingestampft, dennoch gilt der dritte Stich nur für 270 Tage, danach muss nachgeimpft werden. Heißt: Spätestens ab dem Sommer dürfen wieder alle in den Impfstraßen des Landes antreten. 

Diese vierte Impfung sei "unser Schlüssel", um durch den Herbst zu kommen, betonte die Generaldirektorin für die Öffentliche Gesundheit und Leiterin der GECKO-Kommission, Katharina Reich, am Freitag. Ende September, bis spätestens Mitte Oktober sollte diese Impfreihe abgeschlossen sein. Damit sei man für die Herbstwelle gewappnet. 

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Das klingt nach einem Plan, doch der jüngste Bericht von Reichs GECKO-Kommission hat eine deutlich düstere Prognose parat: "Noch nicht klar ist, in welchem Abstand diese Immunität aufzufrischen ist", um den Boostereffekt zu halten. 

Booster-Nebeneffekt hält nur kurz

"Setzt man diese Auffrischung zeitlich klug an (Ende September, spätestens bis Mitte Oktober), erreicht man einen passageren Nebeneffekt". Für einige Wochen schütze der besonders hohe Antikörperspiegel vorübergehend auch vor dagegen weniger empfindlichen Virusvarianten. Dieser Effekt könne zumindest helfen, die Herbstwellen im November/Dezember deutlich stärker zu dämpfen, so die Prognose der Experten.

Doch gleich der darauf folgende Satz lässt die Hoffnungen auf einen ruhigen Winter schwinden: "Im Jänner/Februar wird dieser Effekt nach gegenwärtigem Kenntnisstand kaum mehr wirksam sein." Heißt im Klartext, diese dämpfende Wirkung ist bei den bisher immer heftigeren Wellen im folgenden Jahr nicht mehr vorhanden. Die allgemeine Schutzwirkung wird dann noch gegeben sein, lässt aber schnell nach, wie das Beispiel Israel zeigt.

Frühe Booster-Kampagne hat fatale Folgen

Die bisherigen Impfvorreiter verzeichneten bei vergleichbarer Einwohnerzahl in den vergangenen Wochen drei Mal mehr Todesopfer als Österreich. Die Omikron-Welle hat das Land schwerstens getroffen, obwohl die Impfquote sehr hoch ist.

Allerdings wurde in Israel der dritte Stich bereits ab Sommer 2021 und damit um Monate früher verabreicht. Diese Schnelligkeit rächt sich jetzt, denn mittlerweile ist von der Booster-Schutzwirkung kaum noch etwas vorhanden. Mehr dazu hier >>

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