Seit einigen Tagen ist eine fast schon vergessene Polit-Größe wieder in die Schlagzeilen geraten: Ex-FPÖ-Chef und Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache. Dabei geht es um neue Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Lebensversicherungen, die die Partei in Liechtenstein zugunsten Straches und seines Vorgängers abgeschlossen haben soll. Auszahlungen soll es aber keine gegeben haben, es gilt die Unschuldsvermutung.
Nun die nächste Überraschung: Ein früherer Politiker habe bei einer Zeugeneinvernahme am Bundeskriminalamt angegeben, dass er Strache, mit dem er bis heute befreundet ist, Im Jahr 2014 ein Darlehen in Höhe von 420.000 gewährt hat. Das Geld wurde in bar übergeben und sollte "mit der Auszahlung der Lebensversicherung der Partei" zurückbezahlt werden, berichtet der "Standard".
Erstmals die Rede von besagtem Darlehen war bei Strache selbst, der den stutzig gewordenen Ermittlern im Zuge der Spesen-Affäre zu erklärte, woher er überhaupt so viel Bargeld für die Auslagen hatte. Wie auch der "Spiegel" erfuhr soll die Staatsanwaltschaft es für möglich halten, dass das Darlehen nur erfunden wurde, um die wahre Herkunft des Bargeldes zu verschleiern.
Hier kommen wieder die Schilderungen des früheren Bodyguards Straches ins Spiel, der 2013 bei einer Fahrt nach Kärnten eine Sporttasche mit Bargeld im Kofferraum entdeckte und fotografierte.
Der Darlehensgeber beteuerte, einen schriftlichen Vertrag mit Strache geschlossen und eine Kopie der Versicherung überreicht bekommen zu haben. Diese Unterlagen seien ihm aber 2017 aus seinem Auto gestohlen wurden. Dort soll er nach dem Verkauf seines Hauses seine Wertgegenstände aufbewahrt haben. Bei der entsprechenden Diebstahlsanzeige hat er jedoch keine Angaben zu den Dokumenten gemacht, weil er nicht potentiell öffentlich haben wollte, dass er als nunmehriger BZÖ-Politiker "einen Freiheitlichen unterstützt".
Das Darlehen habe Strache neun Jahre später noch immer nicht zurückgezahlt. Er soll seinem Freund aber gesagt haben, dass er beabsichtigt, die Summe der Lebensversicherung von der Partei einzuklagen, zitieren "Standard" und "Spiegel" aus einer weiteren Einvernahme von Ende April 2023.
Denn schon 2021 wurden der Wiener Landespartei 830.475,12 Euro von der Liechtensteiner Versicherung ausbezahlt. Strache soll zwar mit der Landespartei eine Vereinbarung getroffen haben, dass die Summe ihm zusteht, in die Versicherungspolizze se das aber nicht aufgenommen worden. Die Erfolgschancen einer Klage wären also überschaubar.
Weder Strache noch der Zeuge wollten sich gegenüber den Medien äußern.