"43 Prozent in Favoriten sind im Ausland geboren"

Kurden-Demo Wien 27.06.2020
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Die Ausschreitungen bei den Kurden-Demos in den vergangenen Wochen sind nun klares Thema des Innenministeriums. 

Mehrere Abende hintereinander gingen kurdische Demonstranten in Wien-Favoriten auf die Straße. Friedlich blieb das Ganze jedoch nicht. Bei allen Kundgebungen kam es zu Krawallen und Randalen. Auch mehrere Personen wurden dabei verletzt. 

Für den Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) sind diese Ereignisse nicht zu dulden. Aus diesem Grund will die Polizei mit voller Härte gegen die Krawallmacher vorgehen, wie er bei einer Pressekonferenz am Freitag betonte. Denn: Die Behörden gehen stark davon aus, dass es Redelsführer gegeben hat, welche die Personen zu den Ausschreitungen angestiftet haben. Konkret konnten bislang vier Personen ausfindig gemacht werden. Zwei davon sind türkische Staatsbürger, die zwei anderen haben die österreichische Staatsbürgerschaft, jedoch einen türkischen Migrationshintergrund.

"70 Prozent der Wiener haben Angst"

Daran knüpfte Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) an und erklärte, dass man den "romantischen Traum von der multikulturellen Gesellschaft" vergessen müsse. Sie führte aus, dass 37 Prozent aller Einwohner des 10. Wiener Gemeindebezirks Ausländer sind. Beinahe jeder zweite habe Migrationshintergrund. Konkret sprach Raab von 43 Prozent, die Wurzeln im Ausland haben.

Integrationsministerin Susanne Raab und Innenminister Karl Nehammer (beide ÖVP)
Integrationsministerin Susanne Raab und Innenminister Karl Nehammer (beide ÖVP)picturedesk.com

Die Integrationsministerin stellte auch klar, dass Integration in vielen Bereichen sehr gut funktioniere. Aber: "Die Eskalationen zeigen, dass es Brennpunkte gibt. Auf diese müssen wir ein Auge haben". Man arbeite nun an einem Frühwarnsystem, um die das soziale Zusammenleben in kritischen Millieus nicht weiter zu gefährden. Laut einer Umfrage hätten 70 Prozent aller Wiener Angst vor der aktuellen Entwicklung. 

Als erste Maßnahmen wolle man sich nun einzeln mit den kurdischen und türkischen Vereinen zusammensetzen, um Lösungen zu finden. Zu einem gemeinsamen Treffen werde es nicht kommen, da die Konflikte der beiden Parteien so tief gehen, dass ein klärendes Gespräch nicht möglich sei.

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