5 Horror-Krankheiten, die bereits ausgerottet sind

Bild: Wikipedia/technischesmuseum.at/decorativedishes.net

Früher war doch nicht alles besser. In den vergangenen Jahrhunderten war nicht nur die medizinische Versorgung schlechter als heutzutage, auch gefährliche Produktionsbedingungen und Umwelteinflüsse setzten unsere Vorfahren zu.

Manche Krankheiten sind vielleicht auch purem Aberglauben zuzuschreiben. Liest man sich die Beschreibungen dieser Horror-Krankheiten durch, ist man ganz froh, dass die Medizin und Forschung in den letzten Jahrzehnten stetig Fortschritte macht.
Fünf der grausigsten Krankheiten aus der Vergangenheit auf den nächsten Seiten!

Phosphornekrose zerstörte Unterkiefer von Streichholzarbeitern

Menschen mit "Phosphornekrose" waren im 19. Jahrhundert kein schöner Anblick. Der Unterkieferknochen begann anzuschwellen und sich gleichzeitig zu zersetzen. Dazu kamen eitrige Entzündungen, die den Patienten das Leben zur Hölle machten.

Ausgelöst wurde die Krankheit durch das damalige Verfahren, dass zur Streichholzherstellung verwendet wurde. In den Fabriken wurde mit Unmengen an hochgiftigem weißen Phosphor gearbeitet. Dieser befand sich in der Luft. Es gab soviel davon, dass nachts die Wände leuchteten und sogar die Arbeiter oft solche Mengen an Phoshordämpfen einatmeten, dass im Dunkeln ihr Atem leuchtend wurde.

Im Körper bewirkte die Subtanz einen Eiweisszerfall, der die Knochen schwächte. Der Kieferknochen wurde irgendwann vom Körper abgestoßen und rief die abstoßenden Symptome hervor. Manchmal musste sogar amputiert werden. Erst mit dem Verbot von Weißphosphorstreichhölzern Anfang des 20. Jahrhunderts verschwand die Krankheit.

Chlorose färbte die Haut im 18. Jahrhundert grün

Besonders adelige Frauen wurden im 18. Jahrhundert Opfer der "Chlorose". In Europa und Amerika war die Krankheit auch unter dem Namen "Bleichsucht" bekannt. Es traf junge Damen, die sich plötzlich nicht mehr bewegen konnten, geschwollene Gelenke aufwiesen und bleiche (als "grün" gesehene) Haut hatten.

Auch die Menstruation blieb aus. Mit dem Frauenbild war es noch nicht so weit her, deshalb war die Interpretation, es läge an zu wenig Sex, weit verbreitet. "Jungfrauen-Krankheit" lautete ein Spitzname. Erst nach 200 Jahren fand man die wahre Ursache: Mangelernährung.

Die noblen Damen ernährten sich teilweise sehr unausgewogen und schlecht, was vor allem zu einem Eisenmangel führte.
Explodierende Zähne im 19. Jahrhundert

Mediziner berichteten im 19. Jahrhundert oft über solche Vorfälle: Zähne, die in den Mündern der Patienten explodierten. "Es gab einen lauten Knall, wie von einem Pistolenschuss, und der Zahn explodierte in kleine Teile", ist etwa die Aussage eines betroffenen Pastors aus 1814 überliefert.

Der Grund: Man vermutete schlecht ausgeführte Zahnfüllungen. Sauerstoffeinschlüsse beim Stopfen der Zahnlöcher führten dazu, dass die Blei- und Silbermischungen aus dieser Zeit eine Elektrolyse bildeten und zu einem hohen, schmerzhaften Druck im Zahn führten.

Seit sich die Zahnmedizin drastisch verbessert hat, wurden keine solchen Fälle mehr dokumentiert.
Die Legende vom "National Hotel Disease"

Die 1850er Jahre in Amerika waren eine mysteriöse Zeit. So erkrankten mehrere Hundert Menschen, die National Hotel in Washington D.C. übernachtet hatten, an derselben Krankheit.

Magenentzündungen, geschwollene Zungen, heftige Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Mehrere Monate lang waren die Betroffenen außer Gefecht, 40 Menschen überlebten die Krankheit nicht. Der Grund war damals ein Rätsel. Schlechte Luft, die Art der verwendeten Pfannen oder böse Sklaven, die die Gäste vergifteten, wurden verdächtigt.

Heutzutage gehen Mediziner davon aus, dass ein kaputtes Abflussrohr das Trinkwasser des Hotels verschmutzte und so die Krankheit ausgelöst hat.
Die "Attische Seuche"

Am rätselhaftesten von allen ist jedoch die "Attische Seuche". Ihre Ursachen sind bis heute nicht geklärt. Griechische Historiker beschrieben die Epidemie, die in den Jahren 430-426 vor Christus zwischen 75.000 und 100.000 Menschen umbrachte.

Die Symptome begannen mit einem starken Hitzegefühl im Kopf und entzündeten Augen. Dann entwickelte sich Heiserkeit, Husten und Niesen. Der ganze Körper wurde krank, Durchfall, Erbrechen und starke Übelkeit waren als nächstes dran.

Auch die Gliedmaßen und Geschlechtsorgane blieben nicht verschont. Die Körper der Erkrankten waren mit Blasen und Geschwüren übersäht, nach sechs bis acht Tagen waren die Patienten tot. Sogar Tiere sollen angesteckt worden sein.

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