Künstliche Intelligenz (KI) ist aus den meisten Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Laut einer aktuellen McKinsey-Studie setzen bereits 88 Prozent aller Firmen KI in mindestens einem Geschäftsbereich ein. Das Problem: Ein Großteil davon findet außerhalb der traditionellen IT-Prozesse statt - oft ohne jede Kontrolle.
Für IT-Führungskräfte sind die Auswirkungen enorm. Sie verwalten keine geschlossene, zentral gesteuerte Umgebung mehr. Stattdessen taucht KI überall auf - in Form von Skripten, Agenten, Workflows und eingebetteten Funktionen, die oft gar nicht als eigenständige KI-Systeme erkennbar sind.
Wie Computerwoche.de berichtet, gibt es aber Hoffnung: Einige Unternehmen haben das Problem erkannt und beginnen zu handeln. Im Folgenden: fünf praktische Möglichkeiten, um unkontrolliertem KI-Wildwuchs entgegenzutreten.
Eine traditionelle IT-Bestandsaufnahme reicht im KI-Zeitalter nicht mehr aus. "Man weiß nicht genau, wo KI zum Einsatz kommt - insbesondere, wenn die Technologie über Drittanbieter-Apps einfließt oder außerhalb formaler Beschaffungsprozesse genutzt wird", erklärt Alla Valente, Analystin bei Forrester. Unternehmen sollten daher Telemetriedaten, Identity-Systeme und Nutzungsinformationen kombinieren.
KI komplett zu verbieten, ist nicht praktikabel. Chris Drumgoole von DXC bringt es auf den Punkt: "Es geht um klare Regeln für die Datennutzung, den Modellzugriff und akzeptable Anwendungsfälle - und diese Regeln im Rahmen technischer Kontrollen durchzusetzen." Am Ende gehe es darum, KI sicher einzusetzen, nicht sie zu verbannen.
Mitarbeiter entwickeln heute mit KI selbst nützliche Tools. Um diese in echte Unternehmens-Assets umzuwandeln, braucht es strukturierte Aufnahmeverfahren. Andrea Malagodi von Sonar warnt: "Definierte Zuständigkeiten, Auditierbarkeit und Governance sind das A und O. Ansonsten mutieren nützliche Innovationen zu unkontrollierten Altlasten."
Software wird nicht mehr nur von der IT entwickelt. Unternehmen sollten daher entsprechende Infrastruktur bereitstellen. Jonathan Tushman von Hi Marley empfiehlt: "Interne Plattformen, Hosting-Umgebungen und standardisierte Pattern ermöglichen es der Belegschaft, intern auf sichere Art und Weise zu entwickeln."
Viel KI kommt über Anbieter oder Partner ins Unternehmen. Forrester-Analystin Valente warnt, dass diese Art der KI-Einbindung leicht unter den Tisch fällt: "Diese Funktionen sind oft in Tools eingebettet, denen Firmen bereits vertrauen." Führende Unternehmen reagieren mit verschärfter Überwachung und passen Verträge an, um Datennutzung und Modellverhalten zu regeln.