50 Aktivisten besetzen Haus am Wiener Rathausplatz

Aktivisten halten seit Montagvormittag ein Haus am Wiener Rathausplatz besetzt. Sie fordern Wohnraum für Alle und kritisieren die Abschiebepolitik. 

Rund 50 Aktivisten halten seit Stunden ein Gründerzeithaus am Wiener Rathausplatz besetzt. Gegenüber "Heute" heißt es, dass man "Kritik an der Immobilienspekulation und dem Leerstand in Wien, der Wohnungsmangel suggeriert und dadurch künstlich die Mietpreise nach oben treibt", übe. Menschen, die kein Zuhause haben, werde dagegen der Wohnraum verwehrt. Unter dem Motto "Wir haben Platz" werden auch Schließungen von Notschlafquartieren und Geflüchtetenunterkünften kritisiert. 

Ende von Spekulationen gefordert

Ebenso gibt es Kritik an der "problematischen Abschiebepolitik", mit der Geflüchtete, "die ein sicheres Zuhause suchen, auf unmenschliche Weise aus Österreich in Kriegs- und Krisengebiete abgeschoben" würden, obwohl es Platz in Wien gebe. "Es ist eine absurde und zynische politische Entscheidung, die es erlaubt, mit Wohnraum zu spekulieren, anstatt den bestehenden Leerstand für Bedürftige freizugeben", so die Menschenrechtsaktivistin Sophie B. "Wir fordern Platz für die, die ihn wirklich brauchen."

Im Vorfeld von großer Abschiebeaktion

Nach der Besetzung brachten die Aktivisten an den Fenstern und Balkonen des Hauses Banner mit Aufschriften wie "Ob geflüchtet oder wohnungslos, wir haben Platz, die Stadt ist groß" an. Die Aktion wurde zeitlich ins Vorfeld einer geplanten Abschiebeaktion gelegt, bei der 45 Menschen aus Österreich nach Afghanistan abgeschoben werden sollen. Außerdem richten sich die Forderungen gegen die Schließung des umkämpften Notschlafquartiers in der Gudrunstraße.

Rund 200 Personen haben sich am Nachmittag dem Protest angeschlossen und fanden sich am Rathausplatz ein. Auch die Wiener Polizei zeigte Präsenz, schritt aber vorerst nicht gegen die Hausbesetzer ein.

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