"51 Worldwide Games" im Test: Ein Spiel, 52 Mal Spaß

51 Worldwide Games ist eine neue Spielesammlung mit alten Klassikern für die Nintendo Switch. Teils werden dabei die Möglichkeiten der Joy-Cons geschickt ausgenutzt.

Spielesammlungen zeigen sich ja oft durchwachsen. Handelt es sich nicht um einen Titel wie "Super Mario Party" oder "Mario Party: The Top 100", ist die Auswahl zwar groß, der Spielspaß mitunter aber klein. "51 Worldwide Games" versucht es nun mit einer Sammlung aus klassischen Spielen, darunter zahlreiche Brett- und Kartenspiele, aber auch Sport-Games. Das Tolle schon mal zu Beginn: Sie müssen nicht erst freigespielt werden, sondern stehen ab Start frei zur Verfügung.

Jedes Spiel verfügt über ein kleines Intro, das die Steuerung in oft witziger Weise erklärt. Mit auch deutscher Sprachausgabe scherzen da die Sprecher so gut, dass man sich die Einleitungen auch öfter anhören will. Etwas eintönig wird es nur, wenn ein Spiel sehr viele Regeln aufweist und entsprechend viel an Anleitungen gelesen werden muss - was aber nur bei wenigen der in "51 Worldwide Games" enthaltenen Spielen wie "Shogi" der Fall ist.

Abhilfe schafft bei den komplizierten Spielen ein zusätzliches Anleitungs-Level, das die Regeln auch noch einmal in einer simulierten Spielrunde erläutert. Wer trotzdem einmal inmitten eines Spiels nicht weiter weiß, kann über die Schultertaste der Nintendo Switch eine Kurzanleitung am Bildschirm einblenden. Übrigens: Der Titel "51 Worldwide Games" im Test: Ein Spiel, 52 Mal Spaß" ist nicht falsch: In den 51 Games versteckt sich auch noch ein zusätzliches Bonus-Spiel. 

Alleine oder gemeinsam

Auch wenn "51 Worldwide Games" auf das gemeinsame Zocken ausgelegt ist, alle der enthaltenen Spiele lassen sich auch alleine und meist mit Computer-Mitspielern bestreiten. Anfänger wie Profis müssen hier keine Befürchtungen haben, denn oft findet sich ein vierstufiger Schwierigkeitsgrad je nach persönlicher Vorliebe. Was auffällt: Die Künstliche Intelligenz des Computer-Gegners simuliert deutlich einen menschlichen Mitspieler. So kommt es auch auf höchster Schwierigkeit zu Fehlwürfen, verzockten Karten oder falsch gelegten Steinen statt frustrierender perfekter Runden.

Durch das Besiegen der Computer-Gegner sammelt man nach und nach Abzeichen, die allerdings nicht mehr als die Sammelwut der Spieler befriedigen. Abseits davon wartet der Koop-Modus: Bis auf elf Spiele können alle Games zu zweit auf einer Switch gezockt werden. Die nicht funktinierenden sind meist Kartenspiele oder Spiele, in denen man Spielsteine in der Hand hält. Damit aber auch diese mit mehr als einem Spieler erlebt werden können, kommt eine geniale Gast-Funktion auf die Konsole.

So funktioniert das Spielen mit mehreren Konsolen

Als zusätzlich installierbare Funktion gibt es die kostenlose "Guest Edition". Die können sich auch Spieler auf die Switch laden, die das Spiel gar nicht besitzen. Startet dann ein Besitzer von "51 Worldwide Games" eine Spielrunde, können daran mit einer zweiten Switch auch bis zu drei weitere Spieler teilnehmen, ohne dass sie sich den Titel gekauft haben. Was allerdings fehlt: Gespielt werden kann mit mehreren Spielern jeweils nur mit einem Joy-Con-Stück, nicht mit je zwei Joy-Cons oder Pro-Controllern. Das gemeinsame Spielen funktioniert übrigens lokal und online.

Außerdem sinkt mit steigender Spielerzahl auch die Spiel-Auswahl auf einer Konsole. Mit vier Spielern waren nur noch zwei Spiele übrig, die sich zocken ließen. Für mehr Spielauswahl muss man dann auch über mehr Switch-Konsolen verfügen - im Idealfall für alle Spiele der Auswahl pro Spieler eine Konsole. Schade ist auch, dass nicht mehr Spiele die Möglichkeiten wie HD-Rumble und Bewegungserkennung der Joy-Con oder den Touchscreen der Konsole ausnützt. So bleibt eine Handvoll Games übrig, die nicht mit den Tasten, sondern wie beim Kegeln die Bewegungs-Steuerung nutzt.

Spannender "Mosaik"-Modus

Wie innovativ man wiederum sein kann, zeigt der so genannte "Mosaik"-Modus, bei dem man gleich mehrere Switch-Konsolen als gemeinsames "Spielfeld" nutzen kann. Beispiel Autorennbahn: Aktiviert man den Modus und legt vier Konsolen zu einem "großen" Bildschirm zusammen, erstreckt sich die Rennbahn über alle vier Bildschirme, statt auf jedem nur klein die Strecke zu zeigen. Das ist ein nettes Gimmick, das für spaßige Spielabende sorgen kann. Ebenso ein nettes Feature für Einsteiger: Bei einigen Spielen wie Schach kann optional angezeigt werden, welche Figuren die eigene Figur schlagen könnten, wenn sie bei einem Zug auf einem Feld platziert wird. Das ermöglicht es auch, ein Spiel wirklich zu verstehen.

Grafik und Musik sind gelungen: Die Spiele werden scharf und detailreich dargestellt und überraschen mit guten Animationen, die Musik mit dezenten Klängen und ohne nervige Piep- oder Quietschtöne. Bei den Spielen selbst ist der Eindruck großteils gut. Vor allem Brettspiele bieten auch einige Anpassungs-Optionen, Kartenspiele zeigen sich ebenso solide. Die Mini-Sportspiele zeigen sich aber am attraktivsten, da sie nicht nur leicht erlernbar sind, sondern auch am öftesten auf Touchscreen- oder Bewegungssteuerung setzen. Unsere persönliche Schwachstelle sind die Puzzles, die nach einem Mal lösen einfach nicht genug Wiederspielwert bieten. Alles in allem ist "51 Worldwide Games" aber eine gelungene Sammlung an Minispielen, deren Koop- und Online-Funktionen sauber umgesetzt wurden und die für ein schnelles Zocken auch unterwegs durchaus spaßig ist.

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