52 Prozent - Erdogan schafft absolute Mehrheit

Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hat die Präsidentenwahl nach ersten Teilergebnissen mit deutlich über 50 Prozent bereits im ersten Wahlgang gewonnen. Demnach lag Erdogan bei 52 Prozent der Stimmen. Der Gemeinschaftskandidat der beiden größten Oppositionsparteien CHP und MHP, Ekmeleddin Ihsanoglu, liegt demnach bei gut 39 Prozent.

hat die Präsidentenwahl nach ersten Teilergebnissen mit deutlich über 50 Prozent bereits im ersten Wahlgang gewonnen. Demnach lag Erdogan bei 52 Prozent der Stimmen. Der Gemeinschaftskandidat der beiden größten Oppositionsparteien CHP und MHP, Ekmeleddin Ihsanoglu, liegt demnach bei gut 39 Prozent.

Nach seinem Sieg hat der noch amtierende Regierungschef Recep Tayyip Erdogan eine "neue Ära" für das Land angekündigt. Er werde Staatsoberhaupt aller 77 Millionen Türken sein, sagte Erdogan am Sonntagabend in seiner versöhnlich gehaltenen Siegesrede in Ankara.

Die Konflikte der Vergangenheit sollten der "alten Türkei" angehören. "Heute ist ein historischer Tag", sagte Erdogan. "Heute schließen wir die Türen zu der alten Ära und eröffnen eine neue Ära." Der 60-Jährige wird das erste durch das Volk gewählte Staatsoberhaupt der Türkei. "Ich danke allen Bürgern, ob sie mich gewählt haben oder nicht, die dazu beigetragen haben, Geschichte zu schreiben an so einem historischen Tag", sagte Erdogan auf dem Balkon des Gebäudes seiner Partei AKP.

"Wille des Volkes hat gesiegt"

"Heute hat nicht nur Recep Tayyip Erdogan gewonnen", fügte der Wahlsieger hinzu. "Heute hat der Wille des Volkes einmal mehr gesiegt. Heute hat die Demokratie einmal mehr gesiegt." Der 60-Jährige kündigte einen "neuen sozialen Versöhnungsprozess" an. Alle Türken, ganz gleich welcher Herkunft und welchen Glaubens, sollten gleichberechtigte Bürger sein.

Oppositionskandidat Ekmeleddin Ihsanoglu hat am späten Sonntagabend Erdogan zu dessen Sieg gratuliert. "Ich gratuliere dem Ministerpräsidenten und wünsche ihm Erfolg", sagte Ihsanoglu vor Journalisten in Istanbul.

Geringe Wahlbeteiligung

Nach Einschätzung von OSZE-Beobachtern war die Beteiligung im Vergleich zur Kommunalwahl im März gering. ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka, der die Wahl gemeinsam mit dem Grünen Abgeordneten Georg Willi in Istanbul beobachtete, berichtete von einem "Erdrutschsieg von Erdogan" im dortigen Sprengel. Es habe keine Wahlrechtswidrigkeiten geben, sagte Lopatka. Der Wahlkampf sei aber alles andere als ausgeglichen gewesen, Erdogan habe im Verhältnis "100:1" dominiert. Auch die mediale Berichterstattung sei "einseitig dominiert" gewesen.

In Österreich 80 Prozent

In Österreich waren alle wahlberechtigten Türken bereits vergangenes Wochenende dazu . Auch in Österreich trägt Erdogan einen Wahlsieg davon: 80,33 Prozent wählten ihn. Das Interesse an der Wahl war mit 9.519 abgegebenen Stimmen allerdings nur mäßig.

53 Millionen Wahlberechtigte

53 Millionen Bürger waren aufgerufen, erstmals in der Geschichte des Landes das Staatsoberhaupt in einer Direktwahl zu bestimmen. Die beiden größten Oppositionsparteien CHP und MHP haben den früheren Generalsekretär der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), Ekmeleddin Ihsanoglu, nominiert. Dritter Kandidat ist der 41-jährige Kurde Selahattin Demirtas von der pro-kurdischen Partei HDP.

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