SPÖ steckte halbe Million Euro in Facebook-Werbung

Kurz vor der Nationalratswahl gibt keine Partei so viel Geld für Facebook-Anzeigen aus, wie die Freiheitlichen.

Auch der Social-Media Wahlkampf geht in die Zielgerade und die Parteien schießen auf Facebook ein letztes Anzeigen-Feuerwerk vor dem Urnengang am Sonntag ab. Betrachtet man die seit März 2019 verfügbaren Daten von Wahlwerbung auf Facebook, hat keine (Bundes-)Partei so viel in das soziale Netzwerk investiert wie die SPÖ – "Heute.at" berichtete. 543.303 Euro steckten die Sozialdemokraten in bezahlte Anzeigen auf der Plattform – deutlich mehr als die zweitplatzierten Freiheitlichen (385.560 Euro) und die ÖVP, die mit 198.549 Euro nur knapp vor den Grünen (191.668 Euro) liegt. Wenige Tage vor dem Wahlsonntag wird das Kurzzeit-Ranking aber neu gemischt.

Zwischen 17. und 23. September steckte die FPÖ mit 58.299 Euro von allen Parteien auf Bundesebene nämlich das meiste Geld in Facebook, das sind täglich gut 8.300 Euro. Davon wurden knapp 24.000 Euro in die Facebook-Seite von Parteichef Norbert Hofer, sowie 7.380 Euro in den Auftritt des ehemaligen Innenministers Herbert Kickl investiert. Um 27.124 Euro wurden Anzeigen auf der Partei-Seite beworben.

ÖVP auf Facebook am sparsamsten

Auch die Grünen vergrößerten ihr Budget: 32.117 Euro investierten sie in den sieben Tagen auf Facebook. Die SPÖ rutschte somit auf den dritten Platz, von 31.476 Euro wurden 24.812 Euro in den Facebook-Auftritt der Parteichefin gesteckt. Die NEOS investierten immerhin 22.615 Euro – 19.287 davon in die Seite von Beate Meinl-Reisinger. Die Liste JETZT gab 15.135 Euro aus, während die Volkspartei lediglich Anzeigen um 11.756 Euro schaltete und diesen Betrag zur Gänze der Seite von Sebastian Kurz zukommen ließ.

Rendi-Wagner mit bester Performance

Wie wirken sich die Investitionen in letzter Minute aus? SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner und ihr Team hatten in den letzten Monaten nicht nur viel Geld in Social Media investiert, sondern ihre Auftritte auch inhaltlich neu konzipiert. Jetzt ernten die Sozialdemokraten die Früchte dieser Arbeit: Beiträge auf Rendi-Wagners Seite erzielten trotz der Ausgaben-Offensive von FPÖ und Grünen in den letzten Tagen mit Abstand die meisten Interaktionen (s.u.).

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Norbert Hofer verteidigte seinen zweiten Platz gegen Sebastian Kurz, der trotz vergleichsweise niedriger Ausgaben gut reüssiert – seine Facebook-Seite wurde jahrelang aufgebaut, verzeichnet mehr als 800.000 Follower und performt jetzt auch ohne hohe Werbeausgaben gut. Umgekehrt kommen Beate Meinl-Reisinger und Werner Kogler durch ihre geringe organische Reichweite auch mit hohen Werbebudgets nicht über einige tausend Interaktionen pro Tag hinaus.

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