6 Dinge, die Pandemien in Zukunft verhindern können

Die Welt muss sich nach der Krise ändern, fordern NGOs und Forscher. Diese Verbote und Maßnahmen soll(t)en Pandemien wie Covid-19 verhindern können.

Politiker, Umwelt- und Tierschutzorganisationen weltweit fordern, dass die Welt nach Corona nicht genauso weitergehen darf wie davor. Das neuartige Sars-CoV-2 sei ein "Symptom eines kranken Planenten", warnt der WWF Österreich. Unsere "Respektlosigkeit gegenüber den Tieren habe die Pandemie verursacht", resümiert die bekannte Primatenforscherin Jane Goodall (86). NGOs wie Wissenschaftler fordern und erklären Verbote und Maßnahmen, die es nach der Krise braucht, um neue zoonotische Epidemien oder Pandemien wie Covid-19 zukünftig zu verhindern.

"Wichtig ist jetzt, dass wir die Ursache bekämpfen. Kleine Kinder greifen nicht zwei Mal auf die heiße Herdplatte - und auch wir dürfen nicht lernresistent sein."

, appelliert Geophysiker und Lebensmittelwissenschaftler Dr. Kurt Schmidinger (Albert Schweizer Stiftung).

++ Du findest alle geforderten Maßnahmen und Verbote, die neue Pandemien wie Covid-19 verhindern könnten, oben in der Bildstrecke. Klick dich durch! +++

Die meisten neuen Infektionskrankheiten beim Menschen kommen heute von Tieren

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Rund 75 Prozent aller neuen Infektionskrankheiten beim Menschen stammen heute ursprünglich aus der Tierwelt. So auch das neuartige Coronavirus. Das nennt sich "Zoonose" und bedeutet: Die Krankheitserreger wurden von einem Tier (direkt oder indirekt über einen Zwischenwirten) auf den Menschen übertragen. Der größte Teil, also über 70 %, dieser Zoonosen resultieren laut "Global trends in emerging infectious diseases" aus dem Kontakt zu wild lebenden Tieren.

Vor allem asiatische Wildtiermärkte (Wet Markets) und der illegale und legale Wildtierhandel stehen in der Kritik von Tierschutzorganisationen und Wissenschaftlern weltweit. Über 230 Tier- und Artenschutzorganisationen, darunter Vier Pfoten und Peta, fordern in einem Brief an die WHO darum die permanente Schließung von Wildtiermärkten (Wet Markets). Von solch einem Markt in Wuhan (China) stammt vermutlich auch das neuartige Coronavirus.

Auf Wildtiermärkten werden Tiere unterschiedlichster Art (von Huhn, Affe über Fledermaus bis zum exotischen Reptil) teils tot, teils lebendig, auf engstem Raum dicht beieinander ausgestellt, verkauft und von allerhand Menschen angegriffen. Nicht selten sollen auch vom Aussterben bedrohte, exotische Wildtiere illegal auf solchen Märkten gehandelt werden. Nicht nur, um die Tiere zu essen, sondern um an ihre Innereien oder andere "Zutaten" zu kommen, die für die Herstellung Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) benötigt werden.

Wildtiermärkte und Massentierhaltung = Brutstätte für Viren

"Es bleibt sehr stark zu hoffen, dass jetzt, nachdem das ein zweites Mal passiert ist, Lebendtiermärkte für immer schließen."

, hofft Norbert Nowotny, Virologe und Zoonosen-Experte der Veterinärmedizinischen Universität Wien: im Gespräch mit "Heute".

Wildtiermärkte sind eine wahre "Brutstätte" für Viren und Zoonosen, resümieren NGOs und Wissenschaftler. Krankheitserreger springen hier sehr schnell und leicht von Tier auf Mensch, von wo aus sie sich rasant in der Bevölkerung weiterverbreiten können. Mit möglicherweise verheerenden Folgen. Auch die industrielle Massentierhaltung steht in der Kritik von Wissenschaftlern und Tierschutzorganisationen. Sie sei eine wahre Brutstätte für Krankheiten und Viren wie man z.B. an der Vogel- oder Schweinegrippe gesehen habe.

"Wir wissen seit Jahrzehnten, dass uns aus der weltweiten Fleischproduktion in Massentierhaltung und auf Wildtiermärkten neue Seuchen blühen können"

, so Schmidinger.

Die Albert Schweizer Stiftung appelliert darum "angesichts des aktuellen SARS-CoV-2-Ausbruchs" an "Entscheider in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, den Zusammenhang zwischen Epi- oder Pandemien und dem Konsum von Tierprodukten stärker in den Fokus zu rücken." Über die Risiken der Massentierhaltung wüssten Konsumenten, auch unabhängig vom neuartigen Coronavirus, meist zu wenig bis gar nichts.

Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ab jetzt zusammendenken

Der WWF Österreich fordert eine Trendwende und hat drei zentrale Weichenstellungen zur Gegenabwehr von Pandemien zusammengestellt (siehe Bildstrecke oben). Die Umweltschutzorganisation fordert unter anderem "die Gesundheit von Menschen, Wildtieren und Umwelt konsequent zusammenzudenken" und die Finanzwirtschaft und "staatliche Konjunkturprogramme" zukünftig nach "ökologischen und sozialen Kriterien" auszurichten.

Auch Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) spricht sich im Standard-Interview nun dafür aus, nach der Corona-Krise umzudenken und gestärkt aus ihr herauszugehen. Gewessler schlägt vor, Steuerhilfen an Unternehmen an Klimabedingungen zu knüpfen. "Der Weg aus der Corona-Krise muss einer sein, der uns nicht in eine Wirtschaft- und Arbeitsmarktkrise führt. Und da kommt der Klimaschutz ins Spiel. Der ist nämlich das beste Konjunkturpaket", so die Ministerin weiter. Der Ausbau von erneuerbarer Energie und der Bahninfrastruktur als Alternative zu Flugzeug oder Auto schaffe nicht nur sichere Arbeitsplätze, so Gewessler, sondern auch eine lebenswerte Zukunft.

"Ohne eine Trendwende, bessere Vorsorge und tiefergehende Kenntnisse der dahinterliegenden ökologischen Prozesse drohen vermehrt Epidemien oder gar Pandemien.", warnt der WWF Österreich. Auch die Uni Bonn plädiert auf einen "One Health"-Ansatz zur Vorbeugung zukünftiger Epidemien oder Pandemien. Hier steht die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt im Mittelpunkt.

Sechs Dinge, die neue Pandemien wie Covid-19 verhindern könnten

Der WWF Österreich fordert drei zentrale Weichenstellungen zur Gegenabwehr von zukünftigen Epidemien oder Pandemien wie Covid-19. Auch Tierschutzorganisationen wie Vier Pfoten appellieren, bestimmte Verbote einzuführen. Hier ein Überblick.

1. Wildtiermärkte schließen

2. Den illegalen Wildtierhandel stoppen und unregulierte Märkte schließen sowie den legalen Handel kontrollieren und verbessern

3. Weg von industrieller Massentierhaltung und intensivierter Landwirtschaft

4. Schluss mit der Lebensraumzerstörung

5. Wert der Artenvielfalt für unsere Gesundheit erkennen. Die Finanzwirtschaft sowie staatliche Konjunkturprogramme nach ökologischen und sozialen Kriterien ausrichten.

6. Die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt konsequent zusammendenken

+++ Du findest alle geforderten Maßnahmen und Verbote, die neue Pandemien wie Covid-19 verhindern könnten, oben in der Bildstrecke. Klick dich durch! +++

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