Politik

6 Wochen Haft – Hunderte Aufgriffe bei Raketen-Razzia

Der heimische Zoll zählt heuer bereits etwa doppelt so viele illegal eingeführte Böller als noch 2021. Die Strafen für Silvester-Sünder sind enorm.
Rene Findenig
27.12.2022, 10:42
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Das Finanzministerium gibt eine akute Warnung vor lebensgefährlichen illegalen Feuerwerkskörpern aus dem Ausland heraus. "Illegale Knallkörper führen in Österreich jedes Jahr vor Silvester zu schwersten Verletzungen, in manchen Fällen mit Todesfolge. Dass sich dieser Gefahr nicht alle Käuferinnen und Käufer von Pyrotechnik bewusst sind, zeigt die Bilanz des Zollamts Österreich", heißt es. So wurden durch die Zöllner 2021 bei mobilen Kontrollen 954 Feuerwerkskörper bei der Einfuhr gefunden und beschlagnahmt. Im Jahr 2022 waren es bis Mitte Dezember 2022 bereits 1.720 Stück.

"Setzen Sie nicht auf illegale Böller oder Raketen, die potentiell gefährlich für Sie oder andere Menschen sind. Das neue Jahr mit einem Feuerwerk zu begrüßen ist für viele eine schöne Tradition. Allerdings nur dann, wenn es im Einklang mit unseren Vorschriften steht und auch kein Risiko für die eigene oder die Gesundheit von anderen darstellt. So steht einem schönen und stimmungsvollen Jahreswechsel nichts im Weg", so Finanzminister Magnus Brunner. Achtung: Die Strafdrohung liegt je nach Delikt bei einer Geldstrafe im Rahmen bis zu 10.000 Euro oder einer Freiheitsstrafe bis zu 6 Wochen.

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Bereits mehrere Großaufgriffe

Von 1.215 der Feuerwerkskörper, die heuer bereits beschlagnahmt wurden, geht eine mittlere Gefahr aus, heißt es vom Zoll. Der Rest, mehr als 500 Stück, darf nur von Personen mit entsprechender Fachkenntnis gezündet werden. "Dass alle Käuferinnen und Käufer über diese Fachkenntnis verfügen, ist beinahe auszuschließen. Da es sich bei derartigen Feuerwerkskörpern ausschließlich um bewilligungspflichtige Ware handelt, ist ohne diese entsprechende Bewilligung weder die Einfuhr, noch der Besitz oder die Verwendung gestattet", so der Zoll.

Ein Schwerpunkteinsatz erfolgte Mitte Dezember am Grenzübergang Kleinhaugsdorf. Das Ergebnis allein dieses einen Kontrolltages: 23 Anzeigen wegen der Einfuhr bzw. des Besitzes von pyrotechnischen Gegenständen. In einem PKW wurden beispielsweise rund 200 Feuerwerkskörper mit enormer Explosionskraft gefunden. Ein anderer von den Zöllnerinnen und Zöllnern kontrollierter PKW-Lenker gab an, nichts Außergewöhnliches mit sich zu führen. Bei der Öffnung des Kofferraums fanden sich allerdings rund 600 pyrotechnische Gegenstände. Auch gegen diesen Lenker wurde Anzeige erstattet.