Oberösterreich

Knalleffekt! Anführer von Halloween-Randalen gefasst

Die Halloween-Nacht 2022 ist der Polizei unter Gerhard Karner völlig entglitten: Erst jetzt wurden drei mutmaßliche Anführer gefasst. 

Die Polizei hatte in der Nacht auf 1. November alle Hände voll zu tun. Jetzt wurden die mutmaßlichen Drahtzieher der Krawalle ausgeforscht.
Die Polizei hatte in der Nacht auf 1. November alle Hände voll zu tun. Jetzt wurden die mutmaßlichen Drahtzieher der Krawalle ausgeforscht.
fotokerschi.at

Es waren schockierende Szenen: Rund 200 junge Männer, größtenteils mit Migrationshintergrund, schlugen in der Nacht zum 1. November Krawall. Sie warfen in der Linzer City mit Böllern, Steinen und Flaschen, attackierten zunächst Passanten und dann die Polizei. Am darauffolgenden Abend kam es erneut zu einem schweren Zwischenfall.

Die Exekutive war seitdem entsprechend alarmiert: Auf TikTok wurden für Silvester neuerliche Randale angekündigt. Eine zehnköpfige Sonderkommission wurde installiert.

Die umfangreichen Erhebungen tragen jetzt Früchte: Drei Verdächtige – 17, 19 und 21 Jahre alt – wurden ausgeforscht. Der Jüngste ist laut Polizei geständig, auf Social Media zu den Krawallen aufgerufen zu haben. Er habe sich "wichtig machen" wollen und befindet sich auf freiem Fuß. Die beiden anderen mutmaßlichen Drahtzieher sind in Untersuchungshaft.

Der 17-Jährige, der in einem TikTok-Video zu den Randalen angestiftet haben soll, wohnt im Mühlviertel. Er war in der Nacht zunächst im Stadtzentrum dabei. Dann sei er aber laut Staatsanwältin Ulrike Breiteneder "während der Geschehnisse wieder am Heimweg" gewesen. 

Beim 19-Jährigen handelt es sich um einen bereits vorbestraften spanischen Staatsbürger. Er wird verdächtigt, Beamte mit pyrotechnischen Gegenständen und Steinen beworfen zu haben. Außerdem soll er die Steine in der Menge auch ausgeteilt und andere zum Werfen angestiftet haben. 

Der 21-jährige syrische Asylwerber soll zahlreiche Personen aufgefordert haben, gegen die Polizei vorzugehen. Er war der mutmaßliche Anführer einer Gruppe, die pyrotechnische Gegenstände auf die Beamten warf.

Insgesamt 129 Personen mit 20 verschiedenen Nationalitäten wurden einvernommen.

Bei den drei Hauptverdächtigen fanden Hausdurchsuchungen statt. Beim 19-jährigen Spanier wurden 162 Sprengkörper der Kategorie 4 – diese kommen üblicherweise bei Groß-Feuerwerken zum Einsatz – sichergestellt. 

Auch Hinweise auf weibliche Beteiligte

"Es ging allen rein ums Event", erklärte der Linzer Stadtpolizeikommandant Karl Pogutter in einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz. "Einer macht es vor und viele machen mit." Laut Pogutter gebe es "auch Hinweise auf Frauen, die bei der Halloween-Nacht dabei waren". Wie viele es sind, könne er derzeit nicht sagen. Die Ermittlungen laufen noch.

Laut Pogutter sind 20 Personen im inneren Kreis "soweit identifiziert". Dazu kommen aber noch weitere Beteiligte, deren Identität aber vorerst nicht feststeht, verwies er auf die laufenden Ermittlungen. Sie sollen in erster Linie Böller gegen unbeteiligte Personen geworfen haben.

Der 21-Jährige sei "am wenigsten geständig" gewesen, so Staatsanwältin Breiteneder: "Er sagte, dass er nur zufällig vor Ort war, für ihn sei es nur um den Spaß gegangen." Großteils geständig habe sich hingegen der 19-Jährige Spanier gezeigt. Der 17-Jährige legte ein umfassendes Geständnis ab.

Staatsanwältin Ulrike Breiteneder, Landespolizeidirektor Andreas Pilsl und Stadtpolizeikommandant Karl Pogutter (v.l.) informierten die Medien.
Staatsanwältin Ulrike Breiteneder, Landespolizeidirektor Andreas Pilsl und Stadtpolizeikommandant Karl Pogutter (v.l.) informierten die Medien.
Fotokerschi.at

Dringender Appell an Lehrkäfte und Eltern
Im Medientermin wurde ein spannendes Detail bekannt: "Ein Schuldirektor hat ein Posting mit der Ankündigung am Tag vor Halloween gesehen", sagte Stadtpolizei-Chef Pogutter. Der Pädagoge habe den Clip aber nicht ernstgenommen und nicht gemeldet.
Landespolizei-Chef Pilsl richtet einen Aufruf an alle Eltern: "Wenn Sie Verdächtiges bei ihren Kindern im Internet mitbekommen, sollen Sie es sofort melden."

"Es gibt weder einen politischen noch einen religiösen Hintergrund der Täter. Die meisten der Täter kannten sich gar nicht." Landespolizeidirektor Andreas Pilsl

Fokus auf Prävention

Für die Zukunft sei noch mehr Prävention notwendig: "Wir müssen uns im Rahmen der Kriminalprävention mehr mit Jugendkriminalität beschäftigen", sagt Pilsl gegenüber "Heute". "Es ist jetzt wichtig, sich auch mit Sozialarbeitern und Jugendschutzbehörden intensiv auszutauschen."

Immer mehr junge Kriminelle

In der Steiermark schießt die Jugendkriminalität durch die Decke. Die Täter werden laut Polizei immer jünger und gewaltbereiter.

Bei den Straftaten handelt es sich vor allem um Diebstahl, Raub und Delikte im Bereich der Drogenkriminalität. Die sozialen Medien haben einen negativen Einfluss darauf.

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