Ein 49-Jähriger soll hinter einer österreichweiten Serie von Einbrüchen in Fahrzeuge stecken. Im Visier der Täter waren vor allem hochwertige Fahrzeugteile. Nach umfangreichen Ermittlungen gelang Polizisten nun der Zugriff: Der Verdächtige wurde in Brunn am Gebirge (NÖ) auf frischer Tat festgenommen.
Die Ermittlungen nahmen Anfang Juli in Graz ihren Ausgang. In der Nacht auf den 8. Juli brachen zunächst unbekannte Täter auf dem Gelände eines Autovermieters in mehrere Fahrzeuge ein.
Dabei schlugen sie Dreiecksscheiben ein, öffneten die Motorhauben und bauten gezielt Teile aus. Vor allem Lichtmodule, Motorhauben und Frontschürzen wurden gestohlen.
Die Grazer Kriminalisten stießen bei ihren Ermittlungen auf zahlreiche ähnlich gelagerte Fälle. Mittlerweile werden rund 60 Tatorte in der Steiermark, im Burgenland, in Wien, Niederösterreich und Oberösterreich mit der Serie in Verbindung gebracht.
Ein Fahrzeug, das bei mehreren Taten eine Rolle gespielt haben dürfte, brachte die Ermittler schließlich auf die Spur eines 49-jährigen Ungarn. Der Mann ist in seiner Heimat bereits wegen Eigentumsdelikten vorbestraft.
Auch ein weiteres auf ihn zugelassenes Fahrzeug rückte ins Visier. Dieses war Ende Juni nach einem ähnlichen Einbruch in Wien-Favoriten nahe dem Tatort zurückgelassen worden. Der Täter konnte damals flüchten.
Anfang August reiste der 49-Jährige erneut nach Österreich ein. Dabei wurde er unter anderem im Bereich von Autohäusern und Firmenparkplätzen beobachtet. Eine konkrete Straftat konnte ihm zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht nachgewiesen werden. Er verließ Österreich wieder.
Am Abend des 18. August kam der Mann erneut über den Grenzübergang Klingenbach im Burgenland nach Österreich. Polizisten nahmen seine Spur auf und observierten ihn bis in ein Industriegebiet in Brunn am Gebirge.
Dort soll der Verdächtige die Umgebung zunächst mit einem E-Scooter ausgekundschaftet haben. In der folgenden Nacht schlug er laut Polizei zu.
Als der 49-Jährige demontierte Lichtmodule und Motorhauben von einem Autohaus zu seinem in der Nähe abgestellten Fahrzeug brachte, griffen Polizisten zu. Sie erwischten den Mann beim Verladen der Teile auf frischer Tat. Allein bei diesem Einbruch dürfte ein Schaden von rund 15.000 Euro entstanden sein.
Nach seiner Festnahme wurde der 49-Jährige nach Graz gebracht. Bei der Einvernahme gestand er laut Polizei lediglich die Tat in Brunn am Gebirge. Anschließend wurde er auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert.
Die Ermittlungen zu weiteren Einbrüchen und möglichen Zusammenhängen laufen weiter. Der Schaden der bisher bekannten Fälle dürfte sich bereits auf mehrere hunderttausend Euro belaufen.Ob der 49-Jährige tatsächlich für alle rund 60 Tatorte verantwortlich ist, müssen nun die weiteren Ermittlungen klären.