Österreichs Berghütten sind im Sommer für viele das Ausflugsziel Nummer 1. Und auch bei mehrtägigen Touren muss man beim Übernachten meist auf keinen Luxus verzichten. Dusche, Wäsche, Heizung, Frischwasser, Halbpension – all das ist für viele Wanderer selbstverständlich. Jetzt nicht mehr.
In den vergangenen Tagen haben immer mehr Hütten auf Facebook von akutem Wassermangel berichtet. Das kostenlose Auffüllen der Flaschen gehört an den meisten Orten der Vergangenheit an. Zu wenig Regen ist in diesem Sommer gefallen, selbst der Hohe Sonnblick auf über 3.000 Metern ist längst schneefrei. Quellen versiegen.
Zu drastischen Maßnahmen muss auch die Voisthaler-Hütte am Hochschwab in der Steiermark greifen. Sie liegt zwar nur auf 1.654 Metern Seehöhe, muss die Wasserregeln jetzt aber stark verschärfen. "ACHTUNG: Akuter Wassermangel" ist auf der Website zu lesen. Die lokale Quelle liefert einfach kein Wasser mehr.
Ab jetzt gibt es deswegen auch kein Wasser mehr zum Händewaschen. Am Klo darf nur mehr die kleine Spülung verwendet werden. Trinkwasser gibt es lediglich in 0,5-Liter-Flaschen zu kaufen. "Ja, das kostet wirklich 5 Euro", so der Hüttenbetreiber auf Facebook. "Weil einer von uns muss runter gehen, einkaufen fahren, Seilbahn ein/ausladen, raufgehen, die Arbeitskraft fehlt dann natürlich am Berg."
Für umso mehr Unverständnis sorgt es dann, wenn Gäste nach dem Aufenthalt bei der Bewertung nur zwei Sterne vergeben. "Ja, liebe Leute, was soll man sagen – wir sagen es nicht gern – aber der fehlende Weitblick nimmt zu. Ganz Österreich vertrocknet, Hütten sperren wegen Wassermangel zu und trotzdem will man (so ganz allgemein) den vollen Luxus am Berg."