Die Messerattacke in Wimpassing (Neunkirchen) im Oktober 2019 war von Anfang an mysteriös: Denn ein unbekannter Kapuzenmann soll aus dem Nichts auf den 18-jährigen Syrer eingestochen haben. Nach polizeilichen Ermittlungen knickte das Brüderpaar aber ein und gestand: Es war der jüngere Bruder (17, "Heute" berichtete).
Heute stand der junge Syrer erneut in Wr. Neustadt vor Gericht (Anm.: zuletzt wurde vertagt). Die elfjährige Schwester erklärte im Zeugenstand: "Sie haben gestritten, der Ältere drohte mit dem Tod." An viele Details konnte sich das Mädchen indes nicht erinnern.
Dann soll der 18-Jährige ein 34 Zentimeter langes Messer gezückt haben, der jüngere Bruder holte ein Klappmesser hervor, stach sofort zu und fügte dem 18-Jährigen lebensgefährliche Verletzungen zu.
Die Mutter wählte den Notruf, konnte aber den Rettungskräften nicht die nötige Info durchgeben, also übernahm dies die Elfjährige.
Als der 18-Jährige schmerzgeplagt am Boden lag, soll der Jüngere ihm noch über den Kopf gestreichelt und gesagt haben: "Es wird nichts passieren."
Anwalt Roland Friis kämpfte für seinen Mandanten, ging am Anfang auf Notwehrüberschreitung. Doch die Frage der Notwehr putzten die Geschworenen mit 8:0-Stimmen vom Tisch. Denkbar knapp war dann die Frage an die Laienrichter: War es Mordversuch oder nicht? Fünf der acht Laienrichter waren für Mordversuch, drei nicht (Anm.: bei Gleichstand, also 4:4 wäre es kein Mordversuch gewesen).
Die Strafhöhe: Sieben Jahre Haft wegen versuchten Mordes - nicht rechtskräftig.